Die Kraft der vier Räder ist nun auch für den kürzlich aufgefrischten VW Multivan und dessen Modellbrüder Transporter und Caravelle zu haben. Kombiniert werden kann das Feature mit dem 140 und dem 180 PS starken Dieselmotor (hier geht's zur Foto-Show). Was leisten die neuen VW-Transporter mit Allradantrieb?
Das bei Volkswagen "4Motion" genannte Allradsystem funktioniert nach dem bekannten Prinzip: Eine hydraulisch betätigte und elektronisch angesteuerte Haldex-Kupplung schaltet bei Bedarf die Hinterachse zu. Auf trockener, griffiger Straße fährt der Multivan also immer als ganz normaler Fronttriebler. Auf kritischen Untergründen melden die Radsensoren bereits kleinste Unterschiede in den Raddrehzahlen - und sofort werden die Hinterräder zugeschaltet.
Kompliziertes Zusammenspiel von 40 Messgrößen
Der Fahrer merkt davon nichts und braucht sich auch sonst um nichts zu kümmern. Wie schnell und unmerklich der T5 auf "alle Viere" umschaltet, kann begeistern und ist Folge eines ziemlich komplizierten Zusammenspiels von über 40 Messgrößen. Das Ganze geschieht sogar stufenlos, so dass eine variable Momentverteilung stets die richtige Menge an Antriebskraft auf die Hinterräder weiterleitet.
Allrad-T-5 bewährt sich bei ersten Probefahrten
Bei ersten Probefahrten am noch tief verschneiten Tegernsee wechselten vereiste Passagen mit trockenem Asphalt: Kein Problem für den Allrad-T5. Selbst das Anfahren auf festgefahrenem Schnee in der Zehn-Prozent-Steigung löst dieser Antrieb ohne die geringsten Traktionsprobleme. Knackpunkt ist hier allenfalls die Standfestigkeit der Kupplung. Denn kein 4Motion-T5 verfügt über eine Geländeuntersetzung, die kupplungsschonend die Anfahrgeschwindigkeit halbiert, das Drehmoment aber verdoppelt.
Viel Reibwärme
Und so kommt in kitzligen Anfahrsituationen sowohl auf die Kupplung des Standard-6-Gang-Getriebes als auch auf das optionale Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe eine Menge Reibwärme zu. Auf letztere sogar noch etwas mehr, weil die Übersetzung im Anfahrgang mit 16,6 rund acht Prozent länger ausfällt als beim normalen Sechsgang-Handschaltgetriebe. Von Relevanz ist dieser feine Unterschied freilich allenfalls bei hohen Zug- oder extremen Anfahrlasten.
Günstigster 4Motion kostet rund 37.000 Euro
Allradantrieb gibt's beim VW Multivan erst beim Motor mit einer Leistung von 140 PS. In dieser Motorisierung kostet der Multivan 37.316 Euro. Der stärkste TDI mit 180 PS Leistung ist als 4Motion erst ab der kostspieligen Comfortline-Reihe erhältlich und kostet dann 52.395 Euro. Doch hier ist noch lange nicht Schluss: 58.536 Euro muss hinblättern, wer den Multivan Highline 4Motion mit DSG-7-Automatik haben will. Immerhin: die Ausstattung ist hier ziemlich vollständig.
Downsizing hat sich gelohnt
Sowohl das DSG-Getriebe als auch der Allradantrieb verursachen naturgemäß Mehrverbrauch im Vergleich zu den Standard-Versionen. Beim Multivan Comfortline mit 180 PS beispielsweise summieren sich der Mehrverbrauch des Allradantriebs und des DSG-Getriebes auf insgesamt rund 12,5 Prozent. Dadurch steigt der Durchschnittsverbrauch von 7,8 auf 8,8 Liter je 100 Kilometer. Zum Vergleich: Der alte T5 mit 5-Zylinder-Pumpe-Düse-Motor und174 PS verbrauchte als reiner Fronttriebler bereits 8,4 Liter und als 4Motion sogar 9,2 Liter je 100 Kilometer. Mit der alten 4-Stufen-Wandlerautomatik und Frontantrieb kamen gar 9,7 l/100 km zustande. Das Downsizing auf den neuen 2,0-Liter-TDI hat sich also auf jeden Fall gelohnt.
andi schrieb:am 19. Februar 2010 um 14:31:05 (0) (0)"multivan" hallo schreiberling: erst hinsehen, dann schreiben! Die Fotos vom Fahrgastraum sind zwar vom T 5 aber nicht vom Multivan! Kommentar melden