22.02.2010, 08:29 Uhr | ampnet
Sie werden von den meisten Autobesitzern stiefmütterlich behandelt, sind aber für den Fahrbahnkontakt und die Sicherheit entscheidend: Stoßdämpfer. Wenn ihre Wirkung nachlässt, dann werden sie zur schleichenden Gefahr. Sie sollten deshalb regelmäßig überprüft werden. Wenn sich das Auto etwas weicher und schwammiger anfühlt, dann weist dies auf defekte Stoßdämpfer hin.
Stoßdämpfer heißen eigentlich Schwingungsdämpfer. Sie sind Metallhülsen, in denen ein beweglicher Kolben die Belastungen der Karosserie abfedert und die Räder regelrecht auf die Straße drückt. Den nötigen Widerstand gewährleistet eine Kolbenfüllung mit Öl oder Stickstoff bei einem Druck bis 25 bar. Die Dämpfer verschleißen mit der Zeit und werden undicht – entsprechend ihrer Beanspruchung durch Fahrweise, Beladung, Bodenunebenheiten oder Bordsteinkanten eben etwas schneller.
Ihre Wirkung lässt dabei jedoch schleichend nach, so dass man sich daran gewöhnt und in Extremsituationen einer plötzlichen Gefahr ausgesetzt ist, warnt die Gesellschaft für Technische Überwachung . Rund 15 Prozent aller Fahrzeuge weisen bei Untersuchungen defekte Stoßdämpfer auf. Über 50 Prozent der Unfälle von Fahrzeugen, die mehr als zehn Jahre bzw. 150.000 Kilometer gefahren wurden, sind durch defekte Stoßdämpfer (mit-) verursacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Verkehr und Umwelt
Die meisten Fahrer sind ganz besonders überrascht, dass defekte Stoßdämpfer sogar schon bei niedrigen Geschwindigkeiten den Bremsweg enorm verlängern. Typisch ist beim Bremsen auch das Nicken oder Abtauchen des Fahrzeugs nach vorn. Abgenutzte Stoßdämpfer vermindern die Bodenhaftung, die Spurtreue und Kurvenstabilität. Dies führt zu gefährlichem Schlingern, insbesondere beim Spurwechsel und in Kurven. Zudem reagiert das Fahrzeug empfindlicher auf Seitenwind. Beim Beschleunigen und beim Überqueren von Bodenwellen kommt es zum "Aufschaukeln“. Bei großen Bodenunebenheiten schlagen die Stoßdämpfer außerdem durch.
Der berühmte Wipptest mit dem Nachschaukeln bringt allenfalls einen Hinweis auf Totalausfälle von Stoßdämpfern. Vielmehr rät die GTÜ zu regelmäßiger Sichtkontrolle auf Ölaustritt oder Schmutzflecken am Stoßdämpfer sowie auf unregelmäßig (stoppelartig) abgefahrene Reifen. Geachtet werden sollte verstärkt auf ungewohnte Effekte beim Fahren wie Radspringen mit lautem Rattern und Lenkradflattern sowie das typische "Nicken“ beim Bremsen.
Die Gesellschaft für technische Überwachung empfiehlt, erstmals spätestens nach 60.000 bis 80.000 Kilometern oder sobald ein ungewohntes Fahrverhalten auffällt den Besuch einer Fachwerkstatt für einen Test auf Stoßdämpferprüfstand. Defekte Dämpfer sollten stets paarweise pro Achse ausgewechselt werden.
ampnet
Fachmann schrieb:
am 25. Februar 2010 um 08:20:06
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Komfort
Vielen Dank für diesen aufklärenden Artikel.
Ich hatte mich schon so gefreut, dass main Auto mit 287000 km endlich komfortabel
geworden ist.
Habe gerade einen Termin zum Stossdämpertest in der Werkstatt ausgemacht.
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AW schrieb:
am 22. Februar 2010 um 16:29:19
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@L.E.
Sie irren sich, aber gewaltig! Egal welches Element ihr Auto nun federt (Luft,Stahl...), gedämpft werden muß trotzdem! Autos mit
Luftfederung haben also ganz normale Dämpfer. Bei neuen Systemen ist die Dämpfung fest im Luftfederbein integriert. Ist dieses defekt, und das kommt auch gerne unter 150.000 km vor, dann wird es RICHTIG teuer.
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Michi schrieb:
am 22. Februar 2010 um 16:14:19
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Airmatic@L.E.
Ein ganz große Denkfehler!
Bei der Luftfederung übernimmt die Luft die Aufgabe, die bei anderen Fahrwerken die Stahlfedern
übernehmen. Als Schwingungsbremse graucht man auch hier Stoßdämpfer, die genau so kaputt gehen wie bei Fahrwerken ohne Luftfederung.
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