
15.10.2011, 15:25 Uhr | Spiegel Online
Gib Gas, spare Zeit - so denken viele Autofahrer. Doch stimmt das überhaupt? Tom Grünweg wollte es genau wissen und machte sich zweimal auf denselben Weg: einmal schnell, einmal im Normaltempo. Das Ergebnis dürfte Raser überraschen.
Vom Otto-Normal-Fahrer dürften viele Auto-Ingenieure keine hohe Meinung haben. Zwar zahlt der indirekt ihre Gehälter, doch seine Ignoranz sabotiert bisweilen den mühsam ertüftelten technischen Fortschritt. Wie raffiniert zum Beispiel neue Spritspartechniken auch sind - sie verpuffen, wenn wir einfach weiter mit Bleifuß fahren. Dass so gut wie kein Auto mit dem vorgesehenen Normverbrauch durch den Alltag fährt, liegt eben auch am Störfaktor Mensch.
Wie groß der Einfluss des Fahrers ist, hat Spiegel Online einmal auf einer Alltagsfahrt mit einem BMW X3 20D ausprobiert. Im Normzyklus verbraucht der Wagen 5,6 Liter je 100 Kilometer. Zweimal fuhren wir mit dem 184 PS starken Geländewagen unter vergleichbaren Bedingungen eine gut 700 Kilometer lange Strecke quer durch die Republik ab - mit hohem Autobahnanteil, etwas Landstraße und einigen Passagen im Stadtverkehr.
Auf dem Hinweg absolvierten wir die Distanz betont gelassen. Tempolimits haben wir strikt eingehalten und auch die Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn respektiert. Praktisch nie zeigte der Tacho mehr als 130 km/h an - ganz selten waren es mal 140 km/h. Auf dem Rückweg über die gleiche Route dagegen spielten wir Vettel. Klar, auch in diesem Fall galten die Tempolimits. Doch wo die Autobahn frei war, bretterten wir mit 210 km/h dahin, der Höchstgeschwindigkeit des X3.
Die Testfahrt beginnt an einem Freitagnachmittag in Wetzlar, sozusagen Deutschlands Mitte - und führt uns von da aus nach Norden. Obwohl der Verkehr dicht ist, geht es flüssig voran. Trotzdem: Zurückhaltung ist angesagt. Wir fahren meist auf der rechten oder mittleren Spur. Das zeigt Wirkung: Nach einer Stunde meldet der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 7,4 Liter.
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Selbst der kurze Stau irgendwo zwischen Kassel und Hannover bringt die Anzeige nicht aus der Ruhe. Die Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt von Minute zu Minute, doch weil der zwei Liter große Vierzylinder mit einer Start-Stopp-Automatik ausgestattet ist, bleibt der Verbrauch im Rahmen. Man muss nur fleißig auskuppeln. Das gilt auch für die 20 Minuten im Stadtverkehr.
Später auf der A7 - und erst recht auf der nahezu leeren Ostseeautobahn A20 - wird die Fahrt zur Geduldsprobe: Bei Richtgeschwindigkeit zieht sich die Strecke wie ein Kaugummi. Mittlerweile zeigt der Bordcomputer ein mittleres Tempo vom 115 km/h an - im Fond üben die lieben Kleinen immer lauter Kritik an der harten Rückbank ("Wann sind wir endlich da?"). Und auf den Vordersitzen gilt es, gegen die Monotonie anzukämpfen - der Grat zwischen coolem Gleiten und gedankenlosem Gondeln, so lernt man schnell, ist gefährlich schmal.
Doch die zurückhaltende Fahrweise hat wenigstens etwas gebracht. Für die Halbzeit jedenfalls notieren wir am Ziel: 726 Kilometer Fahrstrecke. Verbrauch: 7,2 Liter. Durchschnittliches Tempo: 109,1 km/h.
Am Sonntagnachmittag geht es dann zurück Richtung Süden. Die A 20 ist noch immer so leer wie die DDR-Transitstrecke zu Honeckers Zeiten, und gleich auf dem ersten Abschnitt geben wir dem X3 ordentlich die Sporen. Das Durchschnittstempo klettert auf mehr als 130 km/h - und mit ihm der Verbrauch. Vor zwei Tagen war der Wagen noch mit gut sieben Litern zufrieden, jetzt schluckt er 12,2 Liter. Als Fahrer hat man also locker fünf Liter im rechten Fuß!
Dass der Motor jetzt lauter knurrt und dafür der Nachwuchs schweigt, weil er auf eine kürzere Gedulds- und Sitzprobe hofft, geht allerdings unter - denn an Reden ist nicht zu denken. Die gesamte Aufmerksamkeit muss dem Verkehr auf der Straße gelten.
Es folgt abermals eine Stadtverkehrs-Einlage - diesmal jedoch bleibt die Start-Stopp-Automatik abgeschaltet. Stattdessen preschen wir bei jedem grünem Licht los und wollen es auch anschließend auf der Autobahn wieder so richtig wissen. Ob zähfließender Verkehr, Tempolimit oder freie Bahn - wir fahren immer so schnell wie möglich und erlaubt.
Nur einmal gönnen wir uns noch einen Stopp: zum Tanken; denn eine Füllung reicht für die Rückfahrt nicht mehr. Zurück in Wetzlar wird dann abgerechnet. Deutlich schneller waren wir nicht: Am Ziel zeigt der Bordcomputer ein Durchschnittstempo von 116,2 km/h an. Und der Verbrauch liegt bei 9,7 Litern pro 100 Kilometer. Wir haben also satte 2,5 Liter und auf die ganze Wegstrecke gerechnet fast 20 Liter mehr verbrannt als beim Hinweg - und verbuchten dabei einen Zeitgewinn von nicht einmal einer halben Stunde.
Die Devise lautet also: Rechnen, nicht Rasen. Zumindest im dichten Verkehr.
Quelle: Spiegel Online
Danny schrieb:
am 15. Oktober 2011 um 19:14:15
(177)
(100)
Schlechte Autofahrer
Also ich schaffe immer einen einen geringeren spritverbrauch, als der hersteller angibt. Dabei vermeide ich es einfach
über 4000touren zu fahren. Autobahn 130. Ausserdem immer vor ampeln mit gang drin ausrollen, früh hochschalten usw. Mir soll keiner erzählen, dass ich nicht zügig unterwegs bin!
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autofahrer schrieb:
am 15. Oktober 2011 um 19:10:29
(132)
(145)
Schnellfahrer
Wenn man einigen folgt, die hier behaupten, dass das vernünftige Fahren aufgrund der "Monotonie" gefährlich ist, da
man ja müde wird, und es dann erst recht zu Unfällen kommen wird, wäre es im Umkehrschluß am besten, man würde immer so schnell fahren, wie es irgendwie geht, dann passiert ja weniger...Eine seltsame Logik.
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holgi71 schrieb:
am 15. Oktober 2011 um 18:55:35
(133)
(93)
Spriverbrauch
Wenn ich diesen Blödsinn schon lese "Störfaktor Mensch". Der vorgegeben Verbrauch ist nahezu nie erreichbar da es die
Testbedingungen in der Realität nicht gibt. BMW z.B. läßt bei den Tests auf den Prüfständen alle Zusatzaggregate wie Lichtmaschine, Servopumpe etc abgeklemmt. Ferner werden Testergebnisse verfälscht, weil die Messungen mit Super Plus eingeholt werden, da sAuto aber oftmals mit Super fahren kann. Und wie soll man bitteschön mit einem 1.4er Turbo Motor ala VW ohne Bleifuß f
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