19.04.2011, 12:00 Uhr | Press-Inform, t-online.de
Deutsche und Franzosen hauen auf der Shanghai Motor Show mächtig auf die Neuheiten-Pauke - mit Facelifts braucht man den Chinesen gar nicht erst zu kommen. Die einheimischen Autobauer präsentieren ein Feuerwerk aus skurrilen Ideen und manchmal auch schlechten Kopien. Ein Rundgang.
Die Shanghai Motor Show ist wie eine riesige Party: Nur wer am lautesten brüllt und die schrillsten Klamotten trägt, wird auch beachtet. Während bei der Pressekonferenz von Hawtai Motor ein Redner brav an seinem blumengeschmückten Pult steht, lässt die Show am Citroën-Stand gegenüber mit gewaltiger Lautstärke fast den Boden erzittern. Der Hawtai-Mann versteht sein eigenes Wort nicht mehr. In einer anderen Halle führen vier junge Chinesinnen im hautengen Glitzerdress eine Cheerleader-Show auf. Als die Musik plötzlich abbricht, lassen sich die Mädels nicht beirren und tanzen einfach weiter.
Auch wenn das Wachstum im größten Automarkt der Welt in diesem Jahr nicht mehr so üppig war wie bisher, die Stimmung ist bombastisch und die Hallen mit mehr als 1000 Modellen und 75 Weltpremieren prall gefüllt. Der größte Andrang allerdings herrscht bei den Shows und Pressekonferenzen der europäischen Hersteller. Gerade die deutschen Marken haben schnell gemerkt, dass man Chinesen nicht mit ein bisschen Retusche und Make-up abspeisen kann. Auf der letzten Show im Jahr 2009 stellten BMW, Mercedes und Audi lediglich Facelifts oder neue Varianten bestehender Modelle vor, allein der Porsche Panamera war ein wirklich neues Auto. Diesmal traut sich niemand, in Shanghai ohne Weltpremiere aufzuschlagen.
Mercedes zeigt den Concept A als Ausblick auf die neue A-Klasse, die sich vom hochbeinigen Vernunftauto zur durchgestylten Sportskanone wandelt. Als „A wie Angriff“ bezeichnet Daimler-Chef Dieter Zetsche den neuen Kompakten. „Das Blech ist ganz nah an der finalen Version“, stellt Zetsche in Aussicht und malt ein rosiges Bild für die Zukunft seiner Marke in China: „Wahrscheinlich schon 2015“ werde das Riesenland der zahlenmäßig wichtigste Einzelmarkt für die komplette Mercedes-Palette sein. Im ersten Quartal 2011 verkaufte Daimler in China mehr als 44.000 Autos, ein Plus von 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fast jede europäische Marke hat ähnliche Rekorde zu vermelden.
Maserati verdoppelte seine Verkaufszahlen, im ersten Quartal wurde China für die Italiener zum zweitwichtigsten Markt. Volvo verzeichnet ein Plus von 59 Prozent und will bis 2015 pro Jahr 200.000 Autos in China verkaufen. Als Appetithäppchen für die finanzstarken Neukunden zeigt der schwedische Autobauer, der vom chinesischen Hersteller Geely übernommen wurde, in Shanghai die Studie Concept Universe, eine extralange Limousine mit Coupé-artiger Dachlinie.
Glänzend läuft es in China auch für Audi. Der Hersteller baut seine SUV-Palette mit dem kompakten Q3 nach unten aus. Der A3 e-tron liefert derweil einen Ausblick auf einen viertürigen Stromer aus Ingolstadt. Der Plug-In-Hybrid soll bis zu 54 Kilometer rein elektrisch fahren können, bevor der Verbrenner mithelfen muss. BMW präsentiert das 6er Coupé und den M5 Concept, der dem Serienmodell des neuen V8-Boliden schon sehr nahe kommt. Mini zeigt den Mini "inspired by Goodwood", dessen Interieur von Rolls-Royce gestaltet wurde. Der Wagen wird auf der Messe stilecht in englischer Clubatmosphäre präsentiert, mit Ohrensessel und Tigerfell-Läufer. VW rollt den neuen Beetle ins Rampenlicht und beschwört den Käfer-Kult. Porsche bedient mit dem 550 PS starken Panamera Turbo S die PS-Fraktion.
Die Franzosen fahren ebenfalls schwere Geschütze auf. Peugeot zeigt mit dem SxC, wie ein neues schnittiges Kompakt-SUV aussehen könnte. Der Wagen wurde von Peugeots Designabteilung in Shanghai entworfen. Wie ein chinesischer Drache tritt der SxC mit einer extrabreiten, überzeichneten Front auf und scheint fast aus seinen imposanten Lüftungsöffnungen zu fauchen. Citroën zeigt den 4,5 Meter langen DS5, eine schicke Edelversion des C5 mit einem 200 PS starken Dieselhybridantrieb an Bord. Optisch rangiert der DS5 irgendwo zwischen Kompaktvan und Gran Turismo. Eine Nummer kleiner treibt es Kia mit dem K2, einem speziell für den asiatischen Markt gebauten Kleinwagen.
Die Chinesen präsentieren einen bunten Reigen von Kleinwagen, Limousinen und SUV sowie Dutzende von Elektroautos und Plug-In-Hybriden. Zu den Hinguckern zählt der Van Voss von Changan. Ob die klobige Studie jemals als Serienfahrzeug auf den Markt kommt ist mehr als fraglich.
Die Kopien dürfen natürlich nicht fehlen: Der Hersteller Hawtai zum Beispiel hat ein SUV im Gepäck, das dem alten Porsche Cayenne bis aufs Haar gleicht - allerdings nur von hinten. Changan zeigt die Elektro-Studie Sense, die wahlweise aussieht wie ein Mazda Shinari nach drei Maß Bier oder ein Fisker Karma nach einem Überschlag. Den Vogel schießt diesmal BAIC (Beijing Automotive Group) ab: Der BC301, der als Hybrid und Elektroauto auf der Messe steht, sieht von vorn bis hinten wie eine Mercedes B-Klasse aus.
Quelle: t-online.de , Press-Inform
Dieter schrieb:
am 25. April 2011 um 10:03:06
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Motor Show
Oh je das sollen Neuigkeiten sein? Altes Zeug, neu verpackt. Und dafür geben die so ein haufen Geld aus? Na gut die Käufer von
VW,Audi BMW und Mercedes zahlen das eh.
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minuteman schrieb:
am 23. April 2011 um 20:16:16
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autoshow
seit jahren bringen deutsche und europäische autobauer kostenlos knowhow nach china und wunderen sich dann noch, wenn die autos von
der anderen straßenseite genauso ausschauen. aber der markt ist für die geldgeilen aktionäre einfach zu verlockend. wenn sich das nicht mal irgendwann weiß-blau rächt und wir aus den 4 ringen fliegen bis wir nur noch sterne sehn...
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Einspritzpumper schrieb:
am 23. April 2011 um 18:19:29
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Shanghai motor show
"VW und Co", da schreiben wieder die VWEH-Aktionäre!
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