26.10.2010, 09:25 Uhr
"Reparaturklausel" könnte Ersatzteilpreise deutlich sinken lassen (Foto: imago) (Quelle: imago)
Wettbewerb belebt das Geschäft und führt zu niedrigeren Preisen - das gilt auch für die Kfz-Branche. Denn dort, wo der Wettbewerb zugelassen wurde, sind die Preise für Auto-Ersatzteile um 30 bis 40 Prozent gefallen. Dies bestätigt eine Marktrecherche des ADAC aus dem Jahre 2007. Für zahlreiche Ersatzteile gibt es jedoch keinen Wettbewerb. Dies soll sich nun europaweit ändern. Dann könnten Ersatzteile deutlich günstiger werden.
Die Europäische Union plant mit der Einführung der sogenannten "Reparaturklausel" die europaweite Abschaffung eines drohenden Monopols der Autobauer im Bereich sichtbarer Kfz-Ersatzteile: Das betrifft Kotflügel, Stoßstangen, Scheinwerfer, Autoglas und Leuchten. Denn bislang dulden die Fahrzeughersteller zwar die Konkurrenz des freien Marktes in Deutschland durch eine freiwillige Zusicherung aus dem Jahre 2003. Doch diese ist rechtlich nicht bindend.
Mit einem positiven Votum könnte die Bundesregierung dazu beitragen, dass es endlich gelingt, in der Design-Schutzfrage die entscheidende Hürde im EU-Ministerrat zu überspringen. Diese trennt die Verbraucher in der Europäischen Union derzeit noch von einer einheitlichen Regelung in allen Mitgliedsstaaten. Verbraucherschützer zeigen sich vom Sinn der europaweiten Einführung der "Reparaturklausel" ebenso überzeugt wie der Gesamtverband Autoteile-Handel.
Nach Aussage des GVA seien die Ersatzteile aus dem freien Markt sicher, denn für sie gelten dieselben Anforderungen etwa des Typgenehmigungsverfahrens wie für die Teile der Fahrzeughersteller. Da die Teile genau passen müssen, gebe es hier auch keine Design-Alternativen und somit bestehe auch keine Notwendigkeit für Design-Schutz.
So rechnete der ADAC 2007 vor, dass Besitzer eines 3er-BMW beim Kauf einer Motorhaube gleicher Qualität auf dem freien Markt bis zu 145 Euro sparen könnten. Ein Kotflügel für den Opel Corsa würde demnach für 51 Euro statt zum Herstellerpreis von 135 Euro zu haben sein, ein Scheinwerfer für den VW Golf würde nur noch 92 statt 144 Euro kosten.
Derzeit profitieren die Autobauer in Deutschland und in der EU vom Designschutz - Wettbewerber dürfen sichtbare Ersatzteile nicht nachbauen. Dabei werden laut ADAC nur 20 Prozent der Ersatzteile von den Herstellern selbst produziert, der Großteil kommt von Teileherstellern, die auch den freien Markt beliefern. Fällt das Monopol der Autohersteller, könnten die Ersatzteile in Zukunft deutlich billiger werden.
Quelle: t-online.de , mid
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