01.07.2010, 11:18 Uhr | Axel F. Busse/mid
Mit dem offenen Zweisitzer Renault Wind verdoppelt Renault sein Angebot an Klappdach-Modellen. Besonderheit des in zwei Motorvarianten ab 16.900 Euro angebotenen Cabrios: Durch Öffnen des Dachs gibt es keinen Verlust an Kofferraum.
Er heißt zwar "Wind", doch selbst bei offenem Verdeck merkt man kaum etwas davon. Auf Zugluft-Probleme müssen sich die Insassen also nicht einstellen, wenn der Renault Wind ab 17. September auf dem deutschen Markt zu haben ist.
Heftige Konkurrenz muss der vom Twingo abgeleitete Oben-Ohne-Flitzer dabei nicht mehr fürchten: Viele Wettbewerber wie der Nissan Micra CC, der Mitsubishi Colt CZC und der Opel Tigra Twintop haben sich unlängst mangels Akzeptanz vom deutschen Markt verabschiedet. Der Wind, den Renault mit seinem neuen Modell entfesselt, beweist also Mut. Die Hoffnung, dass der Wagen zu einem Preis unter 15.000 Euro angeboten werden könnte, hat sich allerdings nicht erfüllt.
Zu einem Erfolgsfaktor könnte aber die Dachkonstruktion werden. Sie verhindert, was auch bei Klappdach-Cabrios der Mittelklasse immer wieder die Freude am Offenfahren dämpft: Die zwei- oder dreiteiligen Hauben kosten beim Verstauen unter dem Heckdeckel eine Menge Kofferraum. Nicht so beim Wind. Der Trick liegt in einem doppelten Boden, denn das Gepäckabteil hat praktisch zwei Abdeckungen. Die Dachabdeckung liegt in Ruhestellung auf dem Kofferraumdeckel. Sie ist in Wagenfarbe lackiert und hinten angeschlagen. Zum Öffnen schwingt sie zunächst senkrecht nach oben. Dann klappt das ebenfalls hinten angeschlagene Dachsegment auf einer Achse in Höhe der B-Säule um 180 Grad nach hinten, bis es mit der Oberseite nach unten auf der Heckklappe ruht. Schließlich senkt sich die Dachabdeckung wieder in die Ausgangslage.
Soll das Auto bei geöffnetem Dach mit Gepäck beladen werden, zeigt sich der Nachteil des Systems, denn drei Abdeckungen müssen gleichzeitig nach oben bewegt werden. Das ist entsprechend mühselig und fordert die Gasdruckdämpfer gewaltig. Versöhnlich stimmt allerdings der Blick auf rund 270 Liter Stauraum - das ist etwa doppelt so viel wie der Klassenstandard. Die Bewegung des Dachteils erfolgt elektrisch, es muss zuvor jedoch manuell eine Verriegelung betätigt werden. Der ganze Vorgang dauert nur zwölf Sekunden, funktioniert aber nicht während der Fahrt
Renault bietet für den 3,83 Meter langen Wind lediglich zwei Motorvarianten an. Die beiden Vierzylinder-Benziner haben 1,2 Liter und 1,6 Liter Hubraum, wovon der kleinere mittels Turbolader 101 PS leistet. Für ein gerade 1200 Kilogramm leichtes Fahrzeug scheint das ausreichend, doch wer in der Beschwingtheit des sonnenverwöhnten Fahrerlebnisses das Runterschalten vergisst, wird an der nächsten Anhöhe mit der kompletten Abwesenheit von Drehmoment bestraft.
Ein Dieselmotor oder eine Automatik-Schaltung sind nicht vorgesehen. Für beide Motoren ist zum Marktstart ein Fünfgang-Schaltgetriebe verfügbar, das sich auf den ersten Testkilometern zwar als leichtgängig, aber auch etwas unpräzise und teigig zeigte. Das gleiche gilt für die Lenkung. Dank Servounterstüzung ist der notwendige Kraftaufwand gering, doch kann es vorkommen, dass im zügig durchfahrenen Serpentinenkurs die eine oder andere Lenkkorrektur erforderlich wird. Ein wenig mehr Direktheit und Rückmeldung von der Straße könnte hier nicht schaden. Eine Längsverstellung der Lenksäule fehlt.
Während der Fahrt bleiben die Strömungs- und Zugluftverhältnisse im Innenraum auf einem angenehmen Niveau. Selbst bei versenkten Seitenscheiben ist die Fahrt im Landstraßentempo durchaus ein Genuss, das niedrige Geräuschniveau lässt eine entspannte Unterhaltung der Passagiere zu. Die Platzverhältnisse im Innenraum sind ausreichend, aber nicht üppig.
Vier Airbags schützen die Insassen im Falles eines Aufpralls. Bereits in der Wind-Grundausstattung sind zudem Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber und elektrisch einstellbare Außenspiegel an Bord. Hinzu kommt das MP3-taugliche 2x20-Watt-CD-Radio mit Lenkradbedienung. Die gehobene Ausstattung bietet zusätzlich eine Klimaautomatik, dazu kommen Regen- und Lichtsensor. Die Lederpolsterung dieser Ausstattungsoption wird durch eine Sitzheizung ergänzt.
Plus: innovatives, schnelles Vario-Dach, vergleichweise großer Gepäckraum
Minus: drehzahlhungriger Motor, indirekte Lenkung
Technische Daten Renault Wind | ||||||
Motor | Leistung | 0-100 km/h | V-Max | Verbrauch | CO2-Ausstoß | Preis ab |
1,2-Liter-Vierzylinder-Ottomotor | 101 PS | 10,5 s | 190 km/h | 6,3 Super | 145 g/km | 16.900 € |
1,6-Liter-Vierzylinder-Ottomotor | 133 PS | 9,2 s | 201 km/h | 7,0 Super | 165 g/km | 18.300 € |
Quelle: mid
kruizamatt schrieb:
am 4. Juli 2010 um 02:14:31
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typisch französisch
sehr französische anmutung. verspielte optik, für meinen geschmack ein wenig zu formüberladen. und auch weniger als
ernstes alltagsauto anzusehen, sondern nur als fun-car. cabrio-feeling stelle ich mir auch anders vor. man sieht sich da mal wieder zwischen windschutzscheibe und kopfstütze gequetscht, freiluft-gefühl kommt da nicht auf. die dachkonstruktion gefällt mir besser als bei den meisten anderen autos, aber mir wäre eine stoffkapuze trotzdem lieber. motordaten sind für diese klasse ok.
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Walter schrieb:
am 3. Juli 2010 um 16:39:20
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viel Wind um nichts
Hier sind schon von vorne rein so viele Einschränkungen vorhanden die den Wind schon für mich uninteressant machen. Auf
ein Dieselaggregat könnte ich ja noch verzichten, beim Getriebe hört es aber auf. Man muss verrückt sein wenn man sich einen Kleinwagen kauf, was anders trifft auf den Wind ja nicht zu, ohne ein Automatikgetriebe.
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egon schrieb:
am 2. Juli 2010 um 20:27:33
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Bock
Sehr gutes Konzept. Dem Bock fehlt jetzt noch ein Schädel, der - etwa wie beim Alfa - schmal und weit nach unten gezogen seinen eignen
Charakter vollendet. Schade, dass die Designer mittendrin der Mut verlassen hat!
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