19.09.2011, 11:20 Uhr | Timo Bürger
Peugeot iOn (Foto: Timo Bürger/t-online.de)
Elektroautos sind die stillen Stars der IAA. Kaum ein Hersteller, der nicht einen Stromer mit nach Frankfurt gebracht hat. Bei den meisten stehen die E-Mobile aber immer noch als Concept Cars auf den Messeständen. "Während der Ladedauer mancher Elektroautos kann man 'Krieg und Frieden' lesen" spottete kürzlich Daimler-Chef Dieter Zetsche. Wir lassen uns nicht verunsichern und machen einen Wochenendtest mit dem Peugeot iOn.
Die erste Bewährungsprobe steht sofort an - 50 Kilometer Autobahn. "130 km/h schafft er ohne Probleme", sagt der Kollege. Maximal 150 Kilometer weit soll der Kleine mit einer Ladung kommen. Ohne Probleme schafft er den 50-Kilometer-Autobahnritt. 16 Balken im Display zeigen den Ladezustand an - die ersten acht sind bereits erloschen. Also erst mal an die firmeneigene Tiefgaragensteckdose.
Drei Stunden später ist der iOn ist wieder voll geladen. "Tankdeckel" öffnen, Stecker rein, das andere Ende in eine - wie es so schön heißt - haushaltsübliche Steckdose: so einfach ist das Aufladen. Vollgeladen geht es durch die Innenstadt. Und das macht richtig Spaß: An der Ampel lässt der lautlose Mini-Stromer so manche Mittelklasse stehen - dank der sofort bereitstehenden 180 Newtonmeter Drehmoment.
Die Elektroautos i3 und i8 sollen in zwei Jahren auf den Markt kommen. zum Video
Auch die Automatik arbeitet klasse mit dem umgerechnet 67 PS (49 Kilowatt) starken Permanent-Synchronmotor zusammen: Drauftreten - und der Kleinwagen surrt prima von dannen. Fuß runter vom Pedal - und der iOn verzögert so stark, dass oft der Tritt aufs Bremspedal überflüssig wird. So einfach kann Autofahren sein - und auch noch Spaß machen. Für Zahlenfreunde: in 5,9 Sekunden ist Tempo 50 erreicht.
Ohnehin ist die Innenstadt das Lieblingsrevier der iOn. Wendig wie kein fast zweiter (Wendekreis unter neun Metern) und sehr kurz (3, 47 Meter) lässt er sich easy in fast jede Parklücke dirigieren (ohne das nervige Gas-Bremse-Kupplung-Spiel). Auch Wenden in einem Zug ist wieder möglich. Zudem ist er mit nur 1, 47 Meter breit - vor abgefahrenen Außenspiegeln (die zudem elektrisch anklappbar sind) muss niemand mehr Angst haben.
Was dem Kleinen in Länge und Breite fehlt, macht er in der Höhe gut: Da unter dem Ladeboden die 88 Lithiumionen-Zellen (16 Kilowattstunden Kapazität) und Motor verbaut sind, wächst der Peugeot beachtliche 1,61 Meter hoch. Das ist prima für die Passagiere und die Übersicht: Vier Erwachsenen finden in dem 1120 Kilogramm schweren Fahrzeug tatsächlich bequem Platz.
Einen Nachteil hat es aber auch, wie wir auf der samstäglichen Fahrt in den Supermarkt merken. In forsch gefahrenen Kurven kommen wir schon etwas in Schunkelstimmung, allzu doll sollte man es mit dem hinterradgetriebenen Kleinen also nicht treiben. Immerhin stimmt die Elastizität. Apropos Supermarkt. Eine Klappkiste und eine mittelgroßer Einkaufskorb passen hinten rein (Volumen: 166 Liter) . "Für den Hund langt's auch", urteilt der Nachbar.
Das Gewöhnungsbedürftigste an dem gut 30.000 Euro teuren Wagen: Niemand nimmt ihn akustisch wahr: Für Radfahrer, die überholt werden oder Fußgänger, die in Nebengassen schlendern, sind E-Mobile quasi "unsichtbar". Hier ist Abhilfe dringend erforderlich: Ohne "Sound" sind die Stromer einfach zu gefährlich - für Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer.
Für die lange Urlaubsreise langt der iOn natürlich nicht (wie jeder andere 3,50-Meter Wagen auch nicht). Und einige Fragen sind noch nicht restlos geklärt: Wie viele Jahre halten die Akkus wirklich? Wie schnell entladen sie sich nach gewisser Zeit? Wie stark sind die Akkus an eiskalten Wintertagen?
Aber allen Unkenrufen zum Trotz: Das Elektroauto Peugeot iOn ist sehr wohl ein alltagstauglicher Kleinwagen. In der Stadt wendig, ausreichend motorisiert, genügend Platz für vier Personen und kleines Gepäck und umweltfreundlich (vorausgesetzt natürlich, man bezieht seinen Energie nicht von einem Atomstromanbieter) und im Verbrauch günstig (für 100 Kilometer fallen etwa drei bis vier Euro an Stromkosten an).
Vielleicht kann mal tatsächlich "Krieg und Frieden" während einer kompletten Ladezeit lesen. Muss man aber gar nicht: Eine Stunde an der 220-Volt-Steckdose - und es reicht wieder für gut 15 Kilometer. Wer es schneller braucht, möge sich eine 380-Volt-Leitung installieren - damit sind 80 Prozent in einer halben Stunde aufgeladen. Und das ist nicht einmal ein Kapitel "Krieg und Frieden".
Quelle: t-online.de
Andie.Latte schrieb:
am 27. Januar 2012 um 18:35:30
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Strom kommt aus der Steckdose
Strom kommt aus der Steckdose und ist umweltfreundlich mit Kohle, Gas und Atomkraft hergestellt. Akkus sind
kein Sondermüll. 1 Stunde Ladezeit für 15 km reicht locker für einen spontanen Ausritt. Die Bekannten freuen sich, wenn ich das Ding an deren Steckdose auflade. Alles in Allem eine tolle Sache und eine echte alternative...
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Robert schrieb:
am 10. Januar 2012 um 19:46:00
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@ Indy
äh du weißt schon das es E Autos auch schon von Anfang an gibt oder? Wenn nicht dann informier dich mal, wenn es die Autohersteller
bsi jetzt noch nicht geschafft haben die fertig zu entwickeln, dann zeigt das doch wo die Proritäten liegen.
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Indy schrieb:
am 4. Januar 2012 um 19:38:10
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halllo
klar, vor 125 Jahren war Herrn Daimler sein Dreirad natürlich sofort voll ausgereift und massentauglich, ist ja wohl grundsätzlich
so wenn etwas neu entwickelt wird. haha, was hammer da gelacht (hammer ist Platte und heisst "haben wir)
Wenn ich hier manche Kommentare lese denke ich sofort an "Dreamer" von Supertramp. Welches neu entwickelte etwas ist denn sofort ausgereift?
Mir fällt da mal überhaupt nichts ein, erst recht kein Fahrzeug.
Hallo "Dreamer" aufwachen.....
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