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Pariser Autosalon - Jaguar C-X75: Katzen-Hammer

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Jaguar C-X75: Katzen-Hammer

30.09.2010, 09:53 Uhr | Sebastian Viehmann, press-inform

Jaguar C-X75 (Foto: Jaguar)

Jaguar C-X75 (Foto: Jaguar)

Jaguar reitet auf dem Jetstream: Das Hochleistungscoupé C-X75 tankt an der Steckdose und ist 330 km/h schnell. Zwei Gasturbinen an Bord verlängern die Reichweite - mit Diesel, Biosprit, Alkohol oder Erdgas.

Jaguar C-X75 gibt Ausblick auf künftigen Supersportwagen

Es gibt manche Show Cars, bei denen sofort dieser "Wow!"-Effekt einsetzt. Der Jaguar C-X75 gehört dazu. So dröge der Name klingt, so effektvoll gleitet er über die Straße. Der C-X75 ist Jaguars Ausblick auf einen neuen Supersportwagen und das künftige Design der Marke. Der Briten-Renner erinnert nicht nur wegen seiner silbernen Färbung, sondern auch in den sanft geschwungenen Linien seiner komplett aus Kohlefaser gefertigten Karosserie ein wenig an Jaguars Supersportwagen XJ220 aus den 80er Jahren.

790 Elektro-PS verteilt an alle vier Räder

Der C-X75 ist ein serieller Plug-In-Hybrid: Der Antrieb erfolgt immer rein elektrisch, die beiden Gasturbinen haben keinen Kontakt zur Achse und sind lediglich als mobile Stromgeneratoren an Bord. Die Batterien werden aber nicht nur über die Turbinen aufgeladen, man kann sie auch über Nacht an der Steckdose mit Energie versorgen. An allen vier Rädern sitzt jeweils ein elektrischer Radnabenmotor. Zusammen erbringen die Motoren eine Leistung von 580 kW - fast 790 PS.

Kleine Gasturbinen als Range Extender für mehr Reichweite

Hinter den Sitzen, also platziert wie bei einem Mittelmotor-Sportwagen und unter einer durchsichtigen Haube effektvoll angeordnet, befinden sich die beiden Mikro-Gasturbinen. Sie sind kaum größer als ein Kopfkissen und liefern während der Fahrt bei Bedarf im sogenannten Track-Modus ihre Zusatz-Power für die Elektromotoren. Als Range Extender laden die Düsen zudem die Batterien wieder auf, wenn der Saft zur Neige geht. Die Reichweite des futuristischen Allradlers steigt damit auf 900 Kilometer, freuen sich die Jaguar-Ingenieure – genug für die Strecke Berlin-London.

Jaguar C-X75 in 3,4 Sekunden auf Tempo 100

Über den Ärmelkanal fliegen kann der Stromer mit seinen Turbinen zwar nicht, aber die Fahrleistungen des Jetstreamers können sich sehen lassen. Von 0 auf 100 km/h schießt das silberne Projektil in 3,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 330 Km/h. Das maximale Drehmoment wird mit 1600 Newtonmetern veranschlagt, das Leistungsgewicht des 1,3 Tonnen schweren Wagens liegt bei gerade einmal 1,7 Kilogramm pro PS.

Gasturbine läuft mit Erd-, Flüssiggas, Biosprit und Diesel

Die Gasturbine hat einige Vorteile gegenüber dem Hubkolbenmotor: Es gibt kaum bewegliche Teile, Ölschmierung oder Wasserkühlung fallen weg. Die Turbine läuft mit Erdgas (CNG) oder Flüssiggas (LPG), sie kann aber auch mit Biosprit und sogar normalem Dieselkraftstoff betankt werden. Der C-X75 soll allerdings rund 100 Kilometer weit ganz ohne seine Turbine fahren können, und zwar allein mit der in den Batterien gespeicherten Energie. Die Lithium-Ionen-Kraftspender haben eine Kapazität von 19,6 Kilowattstunden. Zur Ladung genügt eine gewöhnliche Haushaltssteckdose mit 220 Volt.

Jaguar C-X75 aerodynamisch ausgefeilt

Nicht nur beim Antrieb, auch in anderen Disziplinen glänzt die britische Sportwagenstudie mit Extravaganz und aerodynamischen Feinheiten. Durch einen sogenannten Venturi-Untertunnel, der wie eine umgekehrte Flugzeugtragfläche funktioniert, wird der Anpressdruck erhöht. Zum aktiven Aerodynamik-Paket gehören auch die Kühlergrillöffnung und die Kühlluftschächte für die Bremsen. Sie werden nur dann geöffnet, wenn es technisch erforderlich ist. An den hinteren Ecken fahren ab einer bestimmten Geschwindigkeit automatisch vertikale Kontrollflächen aus, die Luftwirbel von den Hinterrädern fernhalten.

Stilvoller Innenraum im Sportwagen

Wenn man sich dem Wagen nähert, werden Cockpit und Turbinenraum effektvoll beleuchtet. Die Intensität der Beleuchtung ändert sich außerdem je nach Fahrstil des Piloten, wird also kräftiger oder schwächer. Im Innenraum der Studie haben die Jaguar-Designer viel Leder, Neopren und Aluminium verarbeitet.

Kommt die Gasturbine als alternativer Antrieb auf den Markt?

Mit dem C-X75 als Technologieträger wollen die Briten Antriebs- und Bedienkonzepte der Zukunft erproben. "In drei bis fünf Jahren könnte unsere Gasturbine serienreif sein", stellt Jaguar-Chef Ralf Speth in Aussicht und schränkt gleich danach ein: "Natürlich ist die Technik noch nicht billig." Die Gasturbine war im Automobilbau stets ein Exot, taucht aber immer wieder mal aus der Versenkung auf. Berühmt wurde das "Turbine Car" von Chrysler, das in den 60er Jahren von ausgewählten Kunden getestet wurde. Der elegante Wagen sah aus wie ein Requisit aus einem Science-Fiction-Film. Das Turbinen-Auto begeisterte mit seiner enormen Laufruhe, doch zur Serienreife gelangte der Antrieb nie. Schuld daran war damals unter anderem der hohe Verbrauch.


Sebastian Viehmann, press-inform  

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Kommentare (45)

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Thema: "Pariser Autosalon - Jaguar C-X75: Katzen-Hammer"

Susi Q schrieb: am 4. Oktober 2010 um 01:14:49
(0) (0) @ Felix W.
Machen Sie sich nichts draus. Leute die nur den Schüttelhuber kennen müssen auf ihn setzen. Die gewinnen auch immer wenn sie
eine Spielbank betreten.Zum Glück aber verlässt sich die Natur nicht auf Kleinkrämerseelen und streut gelegentlich Entdecker, Neugier ein, Zeitgenossen mit dem C. Kolumbus - Gen. Bahnbrecher die sich nicht auf erreichtem verlassen. Diese alten Kanonen ( Kolbenmaschinen) haben ihre Zeit gehabt. Dampfmaschinen gibt es ja auch nicht mehr. Elektromotoren gehört d. Zukunft
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Maxi schrieb: am 3. Oktober 2010 um 17:17:38
(0) (0) @Opti
Mein Gott, was labern Sie denn da für irrelavantes Zeug? Wie wenn es primär darum gehen würde, ob ein Auto als Statussymbol taugt
oder nicht. Das interessiert doch in 98% aller Fälle keine Sau! Im Moment haben E-Autos eine indiskutable Reichweite, eine bescheidene Heizung und Klimatisierung und eine zu lange Ladedauer. Reicht das nicht als Argument, dass sich das keiner antun will?
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Rhabarber schrieb: am 1. Oktober 2010 um 14:10:30
(0) (0) @Felix W.
Warum muss man das Rad noch mal in quadratischer Form ausprobieren? Der Wirkungsgrad jeglicher Strömungsmaschine steigt
hauptsächlich mit der Temperatur. Wenn sich da mal grundlegend was tut, dann ist das Teil wieder im Spiel. Inconel und Industriekeramiken haben sich aber leider in den letzten 30 Jahren nicht wirklich durch andere Wunderwerkstoffe ablösen lassen. Nice try from Jag, mehr aber nicht. Und noch eins: Der Schüttelhuber wird seit 100 Jahren regelmäßig aber erfolglos angegriffen!
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