19.11.2010, 12:38 Uhr | Ingo Reuss
Familien-Vans müssen praktisch sein. Der Skoda Roomster gilt als "der" Kompakt-Van mit besonders cleverer Raumausnutzung und Variabilität. Beim neuen Opel Meriva reklamiert der Rüsselsheimer Hersteller ähnliche Flexibilität für sich. Außerdem schwört die Marke mit dem Blitz auf ihr neues Türkonzept, bei dem die hinteren Türen gegenläufig öffnen. Wie schlägt sich der kürzlich überarbeitete Newcomer gegen den Statthalter in Sachen Wirtschaftlichkeit und Variabilität?
Eine wichtige Rolle spielen die Abmessungen. Gegenüber seinem Vorgänger ist der Opel Meriva um 24 Zentimeter auf 4,29 Meter gewachsen, er übertrifft den Skoda Roomster jetzt um rund acht Zentimeter. Einen Teil des Längenvorsprungs verschlingt beim Meriva allerdings die ausgedehnte Front beziehungsweise der vordere Karosserieüberhang. Viel wichtiger für die Bewertung der Fahrzeuge sind aber die "inneren Werte", das heißt: das Raumangebot, die Funktionalität und die Flexibilität.
Auffälliges und gleichzeitig außergewöhnliches Merkmal beim Meriva sind die hinten angeschlagenen Fondtüren, die entgegen den vorderen Türen öffnen und schließen. Opel verspricht, dass der größere Öffnungswinkel und der einfachere Bewegungsablauf den Ein- und Ausstieg erleichtern. Die beim Meriva angewandte Lösung war zeitweise verboten, weil sich die Türen während der Fahrt unbeabsichtigt hätten öffnen und der Fahrtwind sie nach hinten hätte reißen können. Heute verhindert die Elektronik diese Risiken. Gegen Schiebetüren haben sich die Ingenieure im übrigen entschieden, weil sie schwerer und in einem kurzen Van nicht so leicht zu verwirklichen sind.
Zu den Vorteilen beider Kompakt-Vans zählen der bequeme Einstieg vorn, die hohe Sitzposition und der leichte Zugang zum Gepäckraum. Kernfrage: Wie aber ist es mit dem Zugang zum Fond und der Flexibilität? Das Sitzsystem im Meriva bedarf einiger Handgriffe, ist aber einfach: Mittelplatz wegklappen, die beiden äußeren Sitze nach hinten verschieben, wobei sie etwas nach innen rücken, und schon geht es im Fond großzügig zu. Der lästige Aus- und Einbau der Sitze wird überflüssig. Also exakt das richtige Konzept für junge Familien mit kleinen Kindern sowie ältere Menschen?
Für die junge Familie nur begrenzt - Beispiel Kindersitz: Der leichtere Einbau hängt wohl eher von der Größe des hinteren Türausschnitts ab. Und der ist beim Roomster breiter, höher und verläuft nach oben gerade. Unter dem Strich kämpft die Mutter des Kindes wohl in beiden Autos mit Erschwernissen. Im Fahralltag haben wir beim Meriva jedenfalls keinen echten Vorteil der gegenläufigen Türen erkennen können. Wenn beispielsweise in einer Parklücke, in der mehrere Fahrzeuge nicht hintereinander, sondern nebeneinander stehen, vorn und hinten die Türen gleichzeitig geöffnet werden, dann sind sich die Insassen beim Aussteigen gegenseitig im Wege.
Offenbar hat der Roomster, wenn es um das Platzangebot geht, die Grenze zwischen Kastenwagen und Kompakt-Van ausbalanciert. Er bietet das beste Raumangebot und ist besonders variabel. Er hat drei separat umklappbare und verschiebbare Sitze, die zudem in der Neigung verstellbar sind. Nicht zuletzt kann die Roomster-Besatzung zwei freistehende Einzelsessel wählen. Und: Kinder, aber auch Erwachsene haben dank der erhöhten Position im Fond eine besonders gute Aussicht.
Teststenogramm Opel Meriva 1.4 Ecoflex | |
Plus | Minus |
unkonventionelles Türenkonzept | mäßiges Gepäckraumvolumen |
gutes Raumangebot | umständliche Bedienung |
hohe Flexibilität | hohes Leergewicht |
geschmeidige Federung | schwacher Durchzug aus niedrigen Touren |
günstiger Praxisverbrauch | |
gutmütige Fahreigenschaften | |
In das Meriva-Heckabteil passen 400 bis 1500 Liter Ladevolumen, im Roomster können 480 bis 1585 Liter Volumen untergebracht werden. So passt ein Kinderwagen in den Opel-Van, aber dann ist das Volumen fast ausgeschöpft. Beim Skoda-Van bleibt neben dem Kinderwagen noch etwas mehr Platz, aber die hohe Ladekante stört beim Beladen. Zur Flexibilität im Roomster: Der Mittelsitz muss hier im Gegensatz zum Meriva beim Umbau bis auf zwei Fondsitze herausgenommen werden.
Im Test treffen die beiden kleinen Turbo-Benziner aufeinander. Beim Meriva leistet der 1,4-Liter-Motor 120 PS. Im überarbeiteten Roomster kommt der neue 1,2-Liter-Turbobenziner zum Einbau, der 105 PS abgibt. Im Fahralltag legt der Opel-Vierzylinder speziell beim Anfahren verhaltener los, tut sich mit dem hohen Gewicht anfangs schwer, verhält sich danach jedoch harmonisch. Im Verbrauch liegt er nicht ganz auf dem Niveau des elastischen und besonders sparsamen Vierzylinders aus dem VW-Regal, der sich mit 7,1 Litern Super auf 100 Kilometern Superbenzin begnügt. Beide Fronttriebler werden über Fünfganggetriebe problemlos geschaltet.
Bei den Fahreigenschaften zeigen beide keine Schwächen: Beide sind sehr fahrsicher. Die Komfortwertung kann der Mervia mit seiner geschmeidigen Federung und einem geringen Geräuschniveau für sich entscheiden, was nicht bedeutet, dass der Roomster spürbar schlechter abschneidet. Er spielt rundum seine guten Qualitäten aus, setzt aber auf ein strafferes Fahrwerk, dessen Federung bei Beladung den Bestwert markiert. Nicht zuletzt wirkt der solide Skoda bis ins Detail funktional und gut verarbeitet. Für den Meriva verlangt Opel 19.540 Euro, der Skoda Roomster ist mit einem Einstiegspreis von 18.590 Euro etwas günstiger.
Teststenogramm Skoda Roomster 1.2 TSI | |
Plus | Minus |
großzügige Raumverhältnisse | straffe Fahrwerksabstimmung |
funktionale Karosserie | |
sparsam im Verbrauch | |
sicheres Fahrverhalten | |
quirliges Handling | |
günstiger Listenpreis | |
Quelle: mid
Otto schrieb:
am 25. November 2010 um 10:00:08
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@ChilE
Hallo ChilE, es geht hier um den Test und der Scoda ist nun mal ein Hochdachkombi und kein Van. Und waurm schreibt man beim Scoda
keine Minuspunkte auf z.b. das der Sitz ausgebaut werden muß und beim Meriva werden welche aufgeschrieben obwohl es keine sind..
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ChilE schrieb:
am 25. November 2010 um 09:41:11
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An PerU
Wer den Roomster als Handwerkerauto deklariert hat von Autos definitiv soviel Ahnung wie die Kuh vom Fahrrad. Der ganze Schwachsinn
von anfälliger VW-Technik kann ich nicht teilen. Ich hatte bis vor kurzem einen 14 Jahre alten Felicia (BJ 96), der ohne größere Reparaturen 220.000 km gehalten hat. Mit dem Roomster habe ich bisher ähnlich gute Erfahrungen gemacht. Und im Vergleich zum Meriva können meine Kinder hinten auch während der Fahrt etwas von der Landschaft sehen.
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Ludmilla schrieb:
am 24. November 2010 um 23:46:29
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Skoda
Also der Roomster wäre schon ein interessantes Auto, was das Konzept angeht NUR hat der VW -Technik an Bord, was anfällige Technik
und hohe Werkstatt-Kosten bedeutet. Von daher ist hier klar der Meriva der Sieger
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