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Opel Ampera: So funktioniert das Elektroauto

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Opel Ampera-Premiere - König der Stromer

05.07.2011, 15:24 Uhr

Opel Ampera (Quelle: Hersteller)

Opel Ampera (Quelle: Hersteller)

Mit dem Aufbruch ins elektrische Zeitalter hat sich Opel viel vorgenommen: Ein "uneingeschränkt alltagstaugliches" Elektroauto soll der ab sofort bestellbare Opel Ampera sein, und keine Abstriche in Sachen Reichweite und Fahrspaß gegenüber konventionell angetriebenen Autos machen. Dank T-förmig in der Bodengruppe verbauter 16 Kilowatt Lithiumionen-Batterie und eines 150 PS starken Elektromotors lassen sich mit ihm je nach "Gas"-Fuß und Strecke zwischen 40 und 80 Kilometer rein elektrisch zurücklegen.

Opel Ampera: Range Extender an Bord

Sind die Akkus mit ihrer Kraft am Ende, ist noch lange nicht Schluss mit dem Stromern. An ihre Stelle soll dann ein kleiner 1,4-Liter-Benziner als Range Extender in die Bresche springen. Anstatt der Batterie kann er den 4,50 Meter langen elektrischen Fünftürer über einen Generator mit Energie für mindestens weitere 420 Kilometer versorgen. So jedenfalls das Versprechen der Rüsselsheimer, das es bei der Ampera-Premiere in Den Haag im Alltagsverkehr zu überprüfen gilt.

Kein Motorengebrummel

Die Elektro-Ausfahrt beginnt mit dem Druck auf den bläulich schimmernden "Power"-Knopf, den man eher an einem übergroßen Plasma-Fernseher als in einem Automobil vermuten würde. Begrüßt wird der Ampera-Pilot statt von Motorgebrummel der alten Schule von einem ziemlich futuristisch klingenden Hochfahrgeräusch. Ist das Startsignal ertönt, kann nach Herzenslust losgestromert werden. 61 Kilometer Reichweite verspricht das Batteriesymbol im Display am Start. Auf geht's ins grenzenlose Alltagsabenteuer E-Mobilität.

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Leichtfüßiges Gleiten

So futuristisch und kampfeslustig der Stromer einen aus seinen tiefgezogenen, in bumerangförmigen Gehäusen untergebrachten Scheinwerferaugen anblickt, so souverän und spritzig fährt er sich in der Stadt und auf der Autobahn. In rund neun Sekunden schiebt das Elektromodul den Rüsselsheimer souverän und weitgehend geräuschlos aus dem Stand auf Reisetempo 100 km/h. Die 370 Newtonmeter Drehmoment stehen elektroautotypisch vom Start weg zur Verfügung. So wird die Fahrt im bis zu 161 km/h schnellen Stromer zum leichtfüßigen Gleitflug durch das Land der Grachten.

Extra-Display für Fahrinformationen

Auf einem Extra-Display über der Mittelkonsole kann man dem ausgeklügelten Antriebssystem bei der Arbeit zuschauen. "Der Kunde soll sehen, was er tut", so das Credo der Opelaner. Im Moment ist das vor allem etwas sehr vernünftiges: Energie sparen. "Alles im grünen Bereich", sagt die Anzeige. Symbolisiert wird dies von einem in voller "Blüte" stehenden Ball im Armaturenbrett, der je nach Pedaleinsatz zwischen den Polen "Bremsen" und "Beschleunigen" pendelt. Befindet sich der Ball in zentraler Position ist Energiebilanz-technisch alles im Lot.

Spielerisch Energie sparen lernen

Wird es dagegen Herbst auf dem Display, macht der Fahrer etwas falsch. So soll der Ampera-Pilot auf spielerische Weise zum Energiesparen angeleitet werden. Was nach fragwürdigem pädagogischem Eifer klingt, funktioniert beim ersten Ausprobieren auf Anhieb prima. Denn es verführt auf charmante Weise zu schonendem Umgang mit den bordeigenen Energiereserven: Verliert der Ballon Blätter und wechselt seine Farbe von Grün zu Gelb, ist etwas faul an der eigenen Fahrweise. Dann geht der Ampera-Pilot entweder zu forsch zu Werke oder aber so stark in die Eisen, dass dem Auto keine Chance zum Energie sammeln lässt. Anstelle des Generators, der die Bremsenergie ins System zurückspeist, gehen dann die Scheibenbremsen zu Werke.

Tipps für eine stromsparende Fahrweise

Aerodynamik spart Sprit

Aber nicht nur Energieströme gehen im Ampera auf Reisen, auch die Formen fließen: Optisch ist es ein starkes Stück Auto, das Opel da auf die 17-Zoll-Räder gestellt hat. Allein durch das konsequent auf Stromlinie gebrachte Design und den Verzicht auf unnötige Ecken und Kanten haben Entwickler die Reichweite nach eigener Angabe 13 Kilometer verlängert.

Achtung bei Bodenunebenheiten

So viel Windschlüpfrigkeit geht jedoch auf Kosten der Bodenfreiheit. Beim Überqueren von "Drempels", den Fahrbahnerhebungen, die zu den inoffiziellen Wahrzeichen des niederländischen Straßenverkehrs gehören, muss man selbst bei moderatem Tempo Acht geben, um nicht mit dem Unterboden aufzusetzen. Auch das Überholen von Lkw ist möglich, ohne dass die Reichweite mit dem Tritt aufs Gaspedal sichtbar in die Knie gehen würde.

Der Verbrenner schaltet sich ein

Nach exakt 70,0 Kilometern ist erstmal Schluss mit emissionsfrei. Still und leise ist das Symbol der Reichweitenanzeige von "Batterie" auf "Zapfsäule" umgesprungen. Wer überhaupt einen Unterschied zwischen den Betriebsarten feststellen will, muss jetzt schon arg die Ohren spitzen: Kaum hörbar ist der Verbrenner angesprungen. Er ist nicht ans Gaspedal gekoppelt, sondern dient allein dazu, den E-Motor mit Energie zu versorgen.

Komplett-Betankung dauert vier Stunden

Auch im Range Extender-Modus behält der Ampera daher seinen Charakter bei. Sanft und unbekümmert surrt er durch die Straßen von Amsterdam und über holländische Autobahnen. Soll es emissionsfrei weitergehen, muss der Ampera zum "Nachtanken" ans Netz. Auf Knopfdruck öffnet sich der Tankdeckel und gibt den Zugang zur fummelfrei zu bedienenden Anschlussbuchse preis. Eine Komplett-Betankung dauert vier Stunden an der heimischen 230 Volt-Steckdose. Eine Schnellaufladung an der Ladestation ist im Opel-Konzept bewusst nicht vorgesehen, um die Lebensdauer der Batterie zu schonen.

Vollwertiges Mittelklasseauto

Alles in allem fährt der Ampera wie ein "stinknormales" Mittelklasseauto mit Verbrennungsmotor, nur eben ohne Abgas. "Dieses Fahrzeug hat die Ambition, für jede Familie als Erstfahrzeug da zu sein", sagt Opel-Vorstandsvorsitzender Karl-Friedrich Stracke voller Stolz. Bei der Fahrt in den Sommerurlaub muss sich die Familie allerdings mit kleinem Gepäck zufrieden geben. 301 Liter Stauraum und eine Zuladung von lediglich 268 Kilogramm stehen zur Verfügung.

Opel Ampera kostet fast 50.000 Euro

Zu haben ist der elektrische Fahrspaß für vier Personen ab Herbst dieses Jahres für 42.900 Euro. Als erstes zu den Händlern kommt die unter anderem mit Bose-Soundsystem, Rückfahrkamera und Lederausstattung aufgewertete Premiumversion "e-Pionier-Edition", die 48.200 Euro kostet. Auf das Batteriesystem gewährt Opel eine achtjährige Garantie.

Alltagstaugliches und ausgereiftes Elektroauto

Allerdings heißt es schon jetzt: "Uns liegen aus ganz Europa schon mehr als 5000 Bestellungen vor", so Opel-Manager Enno Fuchs. Für das Jahr 2011 ist er damit bereits heute schon ausverkauft. Wenn er denn dann mal auf dem eigenen Hof steht, bekommt der Kunde für sein Geld so viel alltagstaugliches und ausgereiftes Elektroauto wie aktuell wohl bei keinem anderen Wettbewerber auf dem deutschen Markt. Da schreien nicht nur die holländischen Möwen vor Freude.


Quelle: mid

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Kommentare (45)

zum Forum

Thema: "Opel Ampera: So funktioniert das Elektroauto"

fundador schrieb: am 10. Februar 2012 um 15:54:05
(3) (3) Ampera
Viel zu teuer diese Karre mit dem Charme eines Elektro-Gabelstaplers. Reiner politischer Preis und keinesfalls dieser alten Technik
entsprechend. Ruhig kaufen und dann sich wundern,wie schnell die Betriebskosten in die Höhe gehen. Der Umweltschutz ist ohnehin zweifelhaft.
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xicht schrieb: am 7. Oktober 2011 um 12:40:13
(8) (0) Wenigstens Opel
ist willens, etwas elektrofahrbares auf die Straße zu stellen. Die anderen Hersteller sind sich dafür schlicht zu schade,
schließlich wollen die teuer entwickelten Verbrennungsmotoren verkauft werden; das dumme Volk macht mit. Warum ist der Preis aber dermaßen hoch? Jedenfalls sind 70 km ausreichend, Otto N. fährt am Tag 39 km in 43 min, unsere Autos sind also zu 97% Stehzeuge. Der Opel ist daher ein guter Kompromiss.
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Wissender schrieb: am 19. September 2011 um 16:03:44
(1) (0) An Eco
Der Betrieb mit Strom hat beim Ampera unter guten Bedingungen einen Äquivalentverbrauch von 1,6 l / 100 km Benzin zur Folge. Im
Winter und/oder bei etwas sportlicher Fahrweise dürfte das eher bei 2-2,5 l /100 km liegen. Die Wandlung von Benzin/Strom hat ~30% Wirkungsgrad, sprich sobald der Range-Extender angeworfen werden muss, liegt man bei 6-7 l / 100 km, was in Anbetracht der Größe/Gewicht eher Mittelmaß ist. Gleiches gilt natürlich auch, wenn der Strom aus Öl/Gas erzeugt werden muss.
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