17.06.2010, 10:29 Uhr | Robert Domina
Mit gezielten Maßnahmen an Rahmen und der Software des Automatikgetriebes (I-Shift) passt Volvo Trucks die Lkw-Baureihe FM an die Erfordernisse des Baugewerbes an. Äußerlich erkennt man die FM fürs Grobe an dem verstärkten Vorbau und an Leiter und Reling, die im typischen Gelb der Bagger-Schwester Volvo Construction Equipment (CE) lackiert sind. Warum Volvo den FM für den Bau optimiert, liegt an einigen Details, mit denen die Kunden nicht ganz zufrieden waren.
Mit den Verbesserungen erfüllt der Hersteller Kundenwünsche wie ein stabileres Front-End mit einem Abschlepp-Bolzen, der auch was aushält. Zum Beispiel wenn der Radlader im Notfall mal richtig an der Abschleppstange reißt. Jetzt ist der Steckbolzen für 25 Tonnen gut - auch bei seitlichem Anzug. Die neue Frontpartie erfordert einen mächtigen Querträger, der nun mit einer dreigeteilten Stoßstangen-Verkleidung bedeckt ist. Diese lässt sich leicht und kostengünstig wechseln. Eine optionale Prallplatte schützt die Ölwanne vor Felsberührung.
Am Einstieg haben die Techniker ebenfalls gearbeitet: Die unterste Stufe besteht jetzt aus einem kardanisch aufgehängten Tritt aus massivem Stahlblech, der Aufstieg ist damit auch bei den größeren Chassishöhen wie etwa bei der neuen Antriebskonfiguration 8x6 recht bequem. Ein wenig Klettergeschick erfordert dagegen die neue Leiter zum Kontrollieren der
Ladung: Ein rutschsicher belegter Tritt ist da, wo normalerweise das Kipperventil sitzt: unmittelbar neben dem Sitz. Volvo verlässt sich hier offenbar auf den durchschlagenden Erfolg der neuen Meiller-Funk-Betätigung für Kipper, die unabhängig vom Einbauort ist.
Ist jedoch das normale Kipperventil eingebaut, dient ein sandrauher Aufkleber im Türrahmen als knapper Auftritt. Dort setzt man die Zehenspitzen an, bevor man sich beherzten Schrittes an der Stauklappe vorbei hinüber zur gelben Leiter schwingt. Im Vertrauen darauf, dass die oben verlaufende Reling genauso stabil ist, wie sie aussieht. Das ohnehin viel zu kleine Stau-Compartement hätte eine prima Trittstufe abgegeben, bleibt aber als solche ungenutzt.
Wirklich gelungen ist dagegen der überwiegend mit dem automatisierten Getriebe I-Shift ausgestattete Antriebsstrang der neuen FMX. Mehr als 50 Prozent aller Bau-Trucks werden damit geordert, Tendenz stark steigend. Handschalter werden in Skandinavien kaum mehr verlangt. Verblüffend am I-Shift ist die Schaltgeschwindigkeit. Im "Power"-Modus, wenn der Computer also weiß, dass schwierigere Streckenabschnitte drohen, schaltet das Getriebe mindestens genauso schnell wie ein erfahrener Gelände-Trucker. Das ist in der Tat beeindruckend und erklärt auch die hohe Akzeptanz des automatisierten Schaltgetriebes im skandinavischen Baufahrzeug.
Anfahren in der Steigung? Auch ohne Hillholder keine Kunst: Einfach gegen den Federspeicher per Gaspedal die Kupplung anlegen, lösen und weiter geht es. Kinderleicht, ohne Stress und Kupplungsverschleiß. Sehr clever auch die neue "Hold"-Funktion: Um ein unerwünschtes Hochschalten beim Erklimmen einer Steigung zu verhindern, genügt es, die Wippe für manuelle Schaltungen auf der Minus-Seite mit dem Daumen festzuhalten.
Aber auch von raffinierten Antriebs- und Chassiskonfigurationen verstehen die Schweden was. Als Alternative zum bekannten 8x4 mit 32 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht gibt es den 8x4-FMX mit Tridem-Aggregat und ebenfalls 32 Tonnen Gesamtgewicht: Dabei bleibt es vorne bei einer gelenkten Achse, hinten kommt zunächst die angetriebene Standard-Doppelachse, gefolgt von einer lenk- und liftbaren Nachlaufachse. Dieses Tridem-Konzept fährt sich im leichten Gelände nicht nur absolut sänftenartig. Es ist auch straßen- und Reifen schonender sowie deutlich wendiger als der normale Vierachs-Kipper. Der einzige Nachteil ist das etwas höhere Gewicht und natürlich der Preis für die aufwendigere Nachlaufachse.
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Quelle: mid
isnogud schrieb:
am 21. Juni 2010 um 10:27:40
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Truck von Volvo
Das muß 1. zuverlässig und 2. lange und 3. zu vertretbaren Kosten gut funktionieren. Das tut es wohl auch.
Ähm, ich
hätte noch eine Anmerkung: Für (ältere) Fahrer, denen die affenartige Kletterfähigkeit fehlt, sollten die "Aufstiegsmöglichkeiten" einfacher gestaltet werden. Klappbare Stufen z.B. wären viel wert. Warum müssen Wir als REHA-Träger (ich arbeite bei einem) immer mühselig Einzellösungen finden um für einen älteren Fahrer den Jobverlust abzuwenden??
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Turboloch schrieb:
am 19. Juni 2010 um 19:52:16
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@ unimog
Naja, war ja annähernd richtig. Schon erstaunlich was für eine Kraft solche Maschinen haben, aber ich bin mal gespannt ob "auto"
noch seinen Senf dazu gibt. Wahrscheinlich sowas wie : "Wozu so viel Drehmoment!" : )
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Pfatzolisator schrieb:
am 19. Juni 2010 um 17:09:11
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Was soll das denn?...
...was hat eine solche selbstfahrende Arbeitsmaschine eigentlich auf einer Autoseite verloren? Dürfen wir hier
demnächst Berichte über Bulldozer, Radlader oder Raupenbagger lesen? Oder schreibt doch mal was über Lokomotiven, die haben mehrere 1000 PS! Sicher werden sich dann viele Leser eine kaufen...
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