21.02.2011, 14:10 Uhr | dpa-AFX, mid
Stark motorisierte SUV wie etwa der BMW X3 werden bei den Autokäufern immer beliebter (Foto: BMW)
Trotz hoher Spritpreise sind PS-starke Autos in Deutschlands gefragt wie nie. Nach dem "PS-Knick" von 2009, dem Jahr der Abwrackprämie mit vielen verkauften Kleinwagen, steigen die Zahlen seit 2010 wieder an, wie Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen errechnete. Im Januar 2011 hatten die in Deutschland verkauften Neuwagen demnach im Schnitt 133,6 PS unter der Haube.
Damit sind die Wagen im Schnitt drei PS stärker als 2010. In dem Jahr lag der Durchschnitt bei 130,5 PS, 2009 nur bei 118 Pferdestärken. Mit dem neuerlichen PS-Rekord wird ein Trend fortgeführt, der bereits seit 15 Jahren anhält. 1995 lag die durchschnittliche Leistung der Neuwagen noch bei 95 PS.
Gründe für die aktuelle Entwicklung seien vor allem der steigende Anteil von Dieselfahrzeugen, deren Motorleistung spürbar über der von Benzinern liege. Aktuell ist mit 48 Prozent Marktanteil fast jeder zweite verkaufte Pkw ein Selbstzünder. Im Jahr 2009 hat der Dieselanteil noch bei 30,7 Prozent gelegen. Dabei verfügt das durchschnittliche Dieselneufahrzeug heutzutage mit 150,5 PS über 32 PS mehr als ein neuer Benziner, der im Schnitt auf 118,5 PS kommt.
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Zum aktuellen Trend hin zu stärekern Autos trägte auch der Boom bei Geländewagen und SUV bei. So nahm der Anteil dieser Fahrzeugklasse an den verkauften Neuwagen in Deutschland laut CAR-Studie von 6,5 Prozent im Jahr 2006 auf 14,6 Prozent im Januar 2011 zu. Schon in der Basiskonfuguartion verfügen diese Modelle über ordentlich PS. Vor allem Selbstzünder sind bei den SUV gefragt. BMW X3, VW Tiguan und Co. kommen momentan auf einen Dieselanteil von rund 70 Prozent und warten häufig mit Motorisierungen jenseits der 200 PS-Marke auf.
Autoexperte Dudenhöffer geht angesichts der jüngsten Entwicklung davon aus, dass die durchschnittliche Motorleistung in den kommenden Jahren weiter steigen wird. "Deutsche lieben stärkere Autos - auch wenn die Spritpreise steigen", schreibt Dudenhöffer. Allerdings müsse dies nicht unbedingt zu Mehrverbrauch führen, schreibt er mit Blick etwa auf Hybrid-Antriebe und Start-Stopp-Systeme.
Quelle: mid , dpa-AFX
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