
15.07.2010, 14:14 Uhr | Thomas Hillenbrand
Hier kommt der Maxi-Mini: Mit dem Countryman erweitert die BMW-Tochter ihr Angebot um ein viertüriges Modell mit Querfeldein-Optik. Das recht wuchtige Lifestyle-Wägelchen hat mit dem namensgebenden kleinen Stadflitzer nicht mehr allzu viel gemein. Ob das funktioniert?
Der Passant stutzt, guckt. Guckt noch einmal. "Das ist jetzt aber kein Mini, oder?" Aber ja doch: Dieser Viertürer hat die typische Mini-Silhouette und das unverwechselbare Retro-Innenraumdesign. Nur ist er etwas stämmiger geraten als seine kleinen Brüder Mini One und Mini Clubman. Exakt 4,11 Meter misst der Wagen - das ist eher Maxi denn Mini.
Der 2001 reanimierte Cityflitzer Mini ist eine Goldgrube für BMW, er gilt als das erfolgreichste Lifestyle-Automobil der jüngeren Automobilgeschichte. Allerdings hatte er aufgrund seiner zierlichen Gestalt stets zwei Mankos: Auf den Rücksitzen geht es eng zu. Und hinten passt nichts rein. Das Laderaumproblem kann man seit 2008 lösen, indem man statt des normalen Mini die Variante Clubman (der mit den Lieferwagentüren) ordert. Das Defizit, dass im Fond höchstens Hobbits kommod sitzen können, soll nun der Countryman ausräumen.
Was die Abmessungen angeht, entspricht der Countryman fast einem Golf. Der Innenraum ist aber cleverer konzipiert als der des Wolfsburgers. Selbst mit einem langbeinigen Fahrer vor der Nase sitzt es sich im Countryman hinten äußerst bequem. Auch der Kofferraum, beim normalen Mini auf vier Becher Magermilchyoghurt und ein Gucci-Täschchen ausgelegt, ist beim Countryman recht üppig. 350 Liter - auch das sind Golf-Dimensionen.
Am Fahrverhalten ist wenig auszusetzen. Die Lenkung könnte etwas präziser sein. Der Countryman hat eine Start-Stopp-Automatik sowie weitere Spritspar-Technologien an Bord und weist etwa in der Kraftmeier-Variante Cooper S (184 PS) einen Normverbrauch von 6,1 Litern auf. Das wäre okay. Auf unserer Testfahrt lag der Verbrauch jedoch im Schnitt bei unrühmlichen 8,4 Litern - woran auch die Klimaanlage schuld gewesen sein mag, die verzweifelt gegen die Bullenhitze ankämpfte.
Ansonsten bewegt sich der moppelige Landmann sehr ordentlich, ob auf der Autobahn oder im Stadtverkehr - wo der Wagen wohl meist unterwegs sein wird. Warum aber heißt ein Stadtauto für Lifestyle-Kunden dann Countryman? Und nicht etwa Cityboy? Zwei Deutungen sind denkbar. Zum einen ist der Wagen wohl eine Reminiszenz an den Austin Mini Countryman, der von 1961 bis 1969 produziert wurde. Auch bei dem handelte es sich um eine Art XL-Version des Mini. Der britische Hersteller streckte das Countryman-Chassis damals gegenüber der Kurzversion - von 2,04 auf raumgreifende 2,14 Meter.
Die zweite Deutung wäre, dass mit der Rustikaloptik die Sehnsucht der verstädterten Mini-Kundschaft nach etwas Landluft bedient werden soll. In der Medienbranche kennt man das Phänomen: Dort reüssiert seit einiger Zeit ein Hochglanzmagazin namens "Landlust", das mit Reportagen über Terracotta-Töpfe oder die Renovierung verfallener Bauernhöfe eine Auflage von über 700.000 Heften erzielt.
Modell | Vmax | 0-100 km/h | PS | CO2 | Verbrauch | Preis |
Benziner | ||||||
One | 173 km/h | 11,9 s | 98 | 137 g | 6,0 l | 20.200 € |
Cooper | 190 km/h | 10,5s | 122 | 142 g | 6,5 l | 22.500 € |
Cooper S | 215 km/h | 7,9 s | 184 | 179 g | 6,7 l | 27.900 € |
Diesel: | ||||||
One D | 170 km/h | 12,9 s | 90 | 113 g | 4,4 l | 22.000 € |
Cooper D | 185 km/h | 10.9 s | 112 | 116 g | 4,4 l | 24.200 |
Die "Landlust"-Leserschaft rekrutiert sich vor allem aus Stadtmenschen, von denen die meisten noch nie auf einem Bauernhof waren, geschweige denn einen besitzen. Vielleicht ist es mit dem Countryman ähnlich. Man fährt mit ihm nicht aufs Land, aber man könnte. Wer tatsächlich auf die Schotterpiste will, kann übrigens gegen Aufpreis die Allradvariante ALL4 ordern.
Das beste an den SUV-Genen, die BMW dem Countryman eingepflanzt hat, ist die erhöhte Sitzposition, die dem Fahrer erfreulich viel Übersicht verschafft. Auch an den Allradantrieb kann man sich schnell gewöhnen. Am Design hingegen scheiden sich die Geister. Viele Details, die beim kleinen Mini verspielt und spritzig rüberkommen, wirken bei dem rund 30 Zentimeter längeren und 15 Zentimeter höheren Countryman deplatziert. Vor allem der wuchtige, steil abfallende Kühlergrill ist nicht gerade very British. Eher very American, denn sie erinnert an einen Dodge Ram.
Am Ende unserer Ausfahrt treffen wir während der Parkplatzsuche in der Hamburger Innenstadt auf einen alten englischen Mini in Racing Green. Stehen die beiden Autos nebeneinander, wirkt der Countryman noch größer, als er ohnehin schon ist - wie ein Audi Q7 neben einem Polo. Wir probieren einen kleine Zaubertrick und parken unseren Countryman in der zweiten Reihe, direkt vor dem Austin. Und tatsächlich: Wenn man von der Seite schaut, verschwindet der Oldtimer-Mini komplett hinter der Silhouette des pummeligen Landmanns.
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Quelle: Spiegel Online
Schöngeist schrieb:
am 19. Juli 2010 um 23:17:57
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Geschmack
Entweder ich bin völlig blind, oder sind es die BMW X1 und zukünftig auch Coutryman-Käufer?
Dieses Autos sind doch einfach nur
grottenhäßlich!
Da stimmt doch keine Proportion oder Linienführung.
Ein Dacia Duster ist da keinen Deut schlimmer!
Auch wenn mich die o.g. Käufer lynchen, in so einem Auto bleibt man Single!
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Seb schrieb:
am 18. Juli 2010 um 12:28:53
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mies
Niemals einen Mini ! Die Materialien die in diesem knuffigen Auto verbaut wurden sind unter aller Kanone. Billigste Hebelchen und
Schalter zu einem Premium Preis. Da hält jeder Fiat und Citroen Schritt , nur dass die 4000 Euro günstiger sind.
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Analyst schrieb:
am 18. Juli 2010 um 11:32:41
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@British
Sie haben's auch noch nicht kapiert? BMW verkauft im Schnitt pro Monat etwa 20.000 Einheiten. Das hat Britisch Elend nicht mal in
einem Jahr geschafft. Offenbar steht nicht jeder auf Autos, die sich zur Konfrontationstherapie für Klaustrophobiker eignen.
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