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Mercedes F800: Unterwegs im Hightech-Mobil

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Mercedes-Benz F 800 Style: Schön grün

28.10.2010, 08:18 Uhr | Jürgen Wolff

Mercedes F800 (Foto: Daimler)

Mercedes F800 (Foto: Daimler)

Der F 800 Style ist nicht nur ein im Wortsinn schöner Zeitvertreib der Mercedes-Ingenieure und -Designer. Er zeigt in vielen Komponenten, was die Stuttgarter mit ihren Premium-Fahrzeugen vorhaben. Wir sind ein paar Runden in dem Millionen-Euro-Auto mitgefahren. So fühlt sich die Zukunft an.

Mercedes F 800: Exklusivste Mitfahrgelegenheit

Mit dem F 800 bietet Mercedes-Benz die derzeit wohl exklusivste Mitfahrgelegenheit der automobilen Welt: Nachdem das Forschungsfahrzeug mit dem wenig prosaischen Namen "F 800 Style" Anfang des Jahres auf dem Automobilsalon in Genf noch wie eine eher unberührbare moderne Skulptur zelebriert wurde, lassen die Stuttgarter mittlerweile bitten - wenn auch nur auf den Beifahrersitz. So, wie der 4,74 Meter lange und nur 1,44 Meter hohe F 800 Style lautlos anrollt, so sollen die Premium-Autos mit dem Stern künftig mehr oder weniger alle aussehen: Organisch gerundete Linien, weich geschwungen und doch gespannt - eine "emotionale Formensprache" ist angesagt.

Mercedes F 800: Der Benz von morgen

Dass die Mercedes-Designer längst mit der Umsetzung begonnen haben, zeigt die Frontansicht des SLS oder das eben erst frisch vorgestellte 4-Türer-Coupé CLS: Der Frontgrill und die seitlichen Sicken, der gespannte Bogen der Dachlinie - wenn die Frontscheinwerfer ein wenig schmaler wären und spitzer auslaufen würden, könnte es auf den ersten Blick fast schon als Serienversion des F 800 Style durchgehen.

Mercedes F 800: Mit Plug-in-Hybrid unterwegs

Aber beim zweiten Hinsehen zeigt sich schnell, dass über das Grunddesign hinaus beim F 800 Style noch reichlich Innovationen übrig bleiben für kommende Mercedes-Generationen. Außen, innen und unter der Karosserie - und nicht nur wegen der hinteren Schwenkschiebetüren. Das fängt mit dem Antrieb an. Nach wie vor haben die Stuttgarter Ingenieure das Thema Brennstoffzelle auf der Liste und den F 800 auch dafür ausgelegt. Das reale Forschungsauto selbst allerdings fährt mit einem Plug-In-Hybriden.

V6-Benziner plus Hybridmodul

In dem mehrere Millionen Euro teuren Einzelstück darf er zwar noch nicht sein ganzes Potenzial zeigen - schon deshalb, weil sich naturgemäß niemand traut, ihn so richtig über den Asphalt zu scheuchen. Aber den gleichen Antrieb haben die Mercedes-Entwickler auch in eine aktuelle S-Klasse eingepflanzt. Und mit diesem Versuchsträger darf man dann schon - sogar selbst hinter dem Lenkrad. Die Antriebseinheit besteht aus einem V6-Benziner mit 3,5 Litern Hubraum und weiterentwickelter Direkteinspritzung, der es auf rund 300 PS bringt. Kombiniert ist er mit einem Hybridmodul, das im Gehäuse der Siebenstufen-Automatik integriert ist und das noch einmal 109 PS liefert.

Lithium-Ionen-Akku für den Mercedes F800

Der Lithium-Ionen-Akku unter dem Rücksitz, der den Hybrid antreibt und eine Kapazität von rund 10 kWh hat, lässt sich nicht nur intern über Rekuperation und bei schneller Fahrt mit dem V6-Motor auffüllen, sondern auch über eine Ladestation in rund 15 Minuten oder an der normalen Steckdose in der Garage binnen fünf Stunden. Bei rein elektrischer Fahrt hat Mercedes eine durchschnittliche Reichweite von bis zu 30 Kilometer im Stadtverkehr gemessen. Im Elektromodus sind bis zu 120 km/h drin.

Leistung wie ein Achtzylinder

Im normalen Stadtverkehr kann ein Fahrzeug mit diesem Plug-In-Hybriden also meist ohne lokale Emissionen unterwegs sein. Und das angenehm lautlos - allenfalls Abrollgeräusche und das leichte Säuseln des Fahrtwindes sind zu vernehmen. Was Überland möglich ist, dass zeigt in der Plug-In-S-Klasse ein forscher Kick aufs Gaspedal: Wird es zu mehr als 90% durchgetreten, packt der Wagen die Leistung von Benzinmotor und Hybrid zusammen und liefert so rund 409 PS - die gewiss nicht leichte Limousine schießt los, wie sonst nur mit einem Achtzylinder unter der Haube.

Weniger CO2-Ausstoß als ein Smart

In den F 800 übersetzt würde das laut Mercedes eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,8 Sekunden bedeuten und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. In der Kombination steht so unterm Strich ein zertifizierter Verbrauch von 2,9 Litern Benzin je 100 Kilometer - was einen CO2-Ausstoß von 69 g/km bedeuten würde. Zum Vergleich: Selbst der sauberste Serien-Smart kommt aktuell nicht unter 86 g/km.

Bedienung im Handumdrehen

Auch im Innern des 5-Sitzers haben die Entwickler neue Bedienkonzepte ausprobiert. Die in bestem Designer-Speech "Cam-Touch-Pad HMI" getaufte künftige Erweiterung des heutigen Command-Systems zum Beispiel. Der Drehknopf ist out - bedient wird das System quasi im Handumdrehen. Nach wie vor findet sich das Display des Bordcomputers neben dem Fahrer in der Mittelkonsole.

Wischen, drehen, schieben, zoomen auf dem Touchpad

Dazu kommt ein separates Touchpad am Kopfende der mittleren Armstütze. Die Hand, die der Fahrer über das Touchpad bewegt, wird über eine Infrarotkamera transparent im Display abgebildet: Der Benutzer sieht also seine Finger wie Schemen über die Einstelloptionen gleiten, ohne dabei irgendetwas zu verdecken oder - das nervigste an modernen Touchpad-Displays - fettige Fingerspuren auf der Darstellung zu hinterlassen. Wischen, drehen, schieben, zoomen - alles funktioniert wie gehabt.

Automatisches Anfahren möglich

Dazu kommen im F 800 auch erweiterte Funktionen diverser Assistenzsysteme. Verbessert wurde zum Beispiel Distronic. Schon jetzt kann das aktuelle System zum Beispiel im stockenden Verkehr automatisch anfahren und abbremsen. Lenken muss man im Stau noch selber. Künftig ist das System wie - ähnlich bei der elektronischen Deichsel für Lkw - in der Lage, dem vorausfahrenden Auto selbstständig zu folgen - der Fahrer muss nicht einmal lenken.

"Staufolgefahrassistent" an Bord

Laut Mercedes erkennt das System beim vorausfahrenden Fahrzeug selbstständig den Unterschied zwischen Kurvenfahrt und Abbiegen. Sobald der Verkehrsfluss schneller wird als 40 km/h, schaltet sich der "Staufolgefahrassistent" sanft ab und gibt dem Fahrer wieder zu tun. Der kann die Vorgaben ohnehin zu jeder Zeit übersteuern. Zumindest auf der mit Pylonen abgesteckten Teststrecke funktioniert das mit einer zweiten S-Klasse als Versuchsträger schon erstaunlich präzise.

Neue S-Klasse kommt 2012

Dass der F 800 jemals so in Serie geht, ist unwahrscheinlich. Aber viele der einzelnen Komponenten werden es sicher. Der Plug-In-Hybrid etwa. Wenn die runderneuerte S-Klasse 2012 kommt, dann wird es sie auch mit dem sauberen und leisen Powerpack an Bord geben.


Quelle: Press-Inform

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Kommentare (14)

zum Forum

Thema: "Mercedes F800: Unterwegs im Hightech-Mobil"

kuli- schrieb: am 2. November 2010 um 18:55:54
(0) (0) Nachtrag
@Auto-Experte Dies war Mitter der 90er Jahre, da magst du recht haben. Deshalb bin ich damals auch BMW gefahren. Aber wir schreiben
zwischenzeitlich fast 2011. Fakt ist: Mercedes hat dazugelernt und die damaligen Rost- und Qualitätsprobleme schon (sehr) lange beseitigt. Wir fahren in der (Groß)Familie drei Mercedes zwischen 3 und 8 Jahren. A-Klasse, C-Klasse Kombi und CLK. kein einziges Auto hat nur die Spur von Rost oder andere Mängel. Vergiss die Vergangenheit und sieh die Realität
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Jupp schrieb: am 2. November 2010 um 09:16:52
(0) (0) Mercedes
Diese Firma ist doch viel zu bescheiden, denn der "Daimler-Gläubige" würde auch gern 2-3 Millionen ausgeben. So bleibt den
bedauernswerten nur, sich 2-3 von diesen seltsamen Mühlen anzuschaffen. Allerdings reicht dann der Garagenplatz nicht mehr, das ist aber auch ein Stress mit dem Image....früher war alles besser, gelle?
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Naja schrieb: am 1. November 2010 um 16:56:51
(0) (0) Mercedes F800
Das sieht doch mal erfreulich aus, Endlich mal etwas, das modern aussieht. Für die 60-100jährigen sicherlich ein Schock.
Gott sei Dank werden der W123 und W124 nicht mehr gebaut.
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