14.10.2011, 11:05 Uhr
Der wohl vielseitigste Mercedes heißt Viano Marco Polo. Er kombiniert Fahrkomfort und Dynamik eines Pkw mit der Wohnlichkeit eines kompakten Ein-Zimmer-Appartements. Davon überzeugten wir uns auf einer Kurzreise durch die Toskana ebenso wie bei einem Skiwochenende in Österreich.
Das Reisen mit Stern ist allerdings kein Sonderangebot. Der Einstiegspreis liegt bei rund 50.000 Euro, dafür bekommt man einen 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 100 kW/136 PS und ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Wir fuhren den Dreiliter-Diesel, der inklusive Wandlerautomatik ab rund 56.200 Euro in der Preisliste steht.
Der V6 CDI mit vier oben liegenden Nockenwellen und Aluminium-Kurbelgehäuse leistet 224 PS und imponiert mit sattem Durchzug. Ab 1400 Touren stemmt der Dreiliter 440 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Das sorgt für souveräne Fahrleistungen, egal ob es zu zweit bergauf, bergab durch die Toskana geht, oder voll besetzt und einer Menge Gepäck ins Skiwochenende. Der Hersteller verspricht einen Kraftstoffverbrauch von 8,5 bis 8,6 Liter auf 100 Kilometer nach dem offiziellen Prüfzyklus NEFZ.
In der Praxis liegt der Verbrauch, wie bei allen Autos, deutlich höher. In unserem Fall pendelte er sich bei knapp elf Litern Diesel ein, was aber für ein Fahrzeug mit rund drei Tonnen zulässigem Gesamtgewicht immer noch ein mehr als akzeptabler Wert ist. Zumal das Fahrwerk über jeden Zweifel erhaben ist und auch auf kurvigen Strecken eine flotte Gangart erlaubt - wanken war gestern. Dabei geht die Fahrdynamik nicht zu Lasten des Komforts, was wir auf holprigen Naturstraßen im Herzen der Toskana im Wortsinne erfuhren.
Mit dem Marco Polo verfolgt Mercedes-Benz das Konzept eines alltagstauglichen Freizeitfahrzeugs. Seine Abmessungen sind mit exakt fünf Metern Länge und 1,9 Metern Breite sehr kompakt, mit geschlossenem Dach bleibt er unter der im Alltag wichtigen Höhenbegrenzung von zwei Metern. Er passt auf jeden Pkw-Parkplatz, aber auch in fast jedes Parkhaus.
Vier Personen bietet der Marco Polo beim Fahren Platz. Sie sitzen vorne auf langstreckentauglichen, leicht konturierten Pilotensitzen, die sich zu Wohnzwecken auch drehen lassen. Im Fond wartet auf die Passagiere eine raffinierte Sitzbank, die auf Schienen verschoben werden kann. An beiden Sitzplätzen lässt sich die Lehne individuell elektrisch verstellen. Elektropneumatisch aufblasbare Sitzwangen verbessern den Seitenhalt während der Fahrt und bilden nach dem Entlüften eine bequeme, ebene Fläche am Ziel.
Geht es zur Nachtruhe, verwandeln sich die beiden Einzelsitze per Tastendruck in ein Doppelbett. Die Sitzbank hebt sich beim Auseinanderfalten einige Zentimeter an und versteckt so die störenden Gurtschlösser. Hier ergibt sich eine Liegefläche von rund zwei Meter mal 1,10 Meter. Für sehr schlanke oder verliebte Menschen eignet sich das als Doppelbett.
Zur Nacht wird das Hubdach aufgeklappt, optional auch elektropneumatisch. Im Oberstübchen wartet eine weitere Liegefläche, ebenfalls etwa zwei Meter lang und 1,20 Meter breit. Die Schaumstoffmatratze ruht auf einer Kombination aus einem Lattenrost und einem punktelastischen Federsystem, was besseren Schlafkomfort bietet als im Erdgeschoss.
Das wohnliche Interieur wird ergänzt durch eine Küchen- und Schrankzeile mit Schubladen und Staufächern in Fahrtrichtung links. Technisch ist die Küche des Viano Marco Polo mit zweiflammigem Gaskocher, einer Kompressor-Kühlbox mit Einsatz und einer Spüle komplett ausgestattet. Ein Raumwunder ist sie allerdings nicht. Die 40-Liter-Kühlbox genügt immerhin zur Lagerung von Getränken und Reiseproviant. Der Frischwassertank fasst 36 Liter, der Abwassertank 32. Die kleine Gaskartusche im Schrank dient allein zur Befeuerung des Kochers, geheizt wird mit Kraftstoff. Für Außentemperaturen bis zum Gefrierpunkt ist das nach unseren Erfahrungen durchaus angenehm.
Das Konzept des Marco Polo scheint erfolgreich zu sein: Während die Neuzulassungen der Reisemobile in Deutschland in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 insgesamt um 18,1 Prozent stiegen, kletterten die Zulassungen der Reisemobile mit Stern gar um 24,5 Prozent. Insgesamt verkaufte Mercedes-Benz im ersten Halbjahr 2011 genau 900 Einheiten, was einer Steigerung von 82 Prozent entspricht.
Und so begnügen sich die Schwaben für das neue Modelljahr mit minimalen Veränderungen. Neu zum Modelljahr 2012 ist nur das Kombiinstrument mit weißer Skalenbeleuchtung, die Farbpalette wird um zwei Varianten ergänzt: Hibiskusrot und ein modisches Braunmetallic.
Quelle: mid
Anton O schrieb:
am 17. März 2012 um 12:49:03
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An Arno aus Emden
Dass die Ostfriesen nicht die intelligentesten Menschen von Deutschland sind ist allgemein bekannt aber dass es so schlimm ist wusste ich nicht.
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Otto P schrieb:
am 2. Februar 2012 um 21:49:45
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Arno aus Emden
Der erste Emdener der etwas kritisches über VW sagt muss noch geboren werden. WARUM? Der Passat wird in Emden gebaut.
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Frank K schrieb:
am 2. Februar 2012 um 21:45:47
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VW T5 -Viano
Von dem Regen in der Traufe.
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