24.03.2010, 14:55 Uhr | t-online.de,PS
Hummer H2 als Kutsche (Foto: Laura Vorps, {CTS} creative thriftshop, New York)
Er ist ein extravagantes Symbol der langsam sterbenden amerikanischen Auto-Welt: Groß und schwer, stark und durstig. Mittlerweile will kaum noch jemand mehr die Geländewagen kaufen. Der amerikanische Künstler Jeremy Dean hat einen der teuren Hummer H2 erworben, nur um ihn am selben Tag noch zu zerstören. Er hat das SUVin eine Kutsche verwandelt.
Die Absatzzahlen fallen in den Keller, die Marke Hummer will inzwischen niemand mehr kaufen und General Motors wird die Geländewagen wohl sterben lassen. Durch den Künstler Jermey Dean kommt das Sprit saufende Ungetüm noch einmal zu hohen Weihen. Die Hummer-Kutsche wurde mit viel Chrom, LED-Leuchten und einem Multimediasystem ausgestattet - und wird von maximal zwei Pferdestärken angetrieben. Denn der riesige V8-Motor wurde ausgebaut. Damit verweist der Hummer auf die ökonomischen und ökologischen Probleme unserer Zeit - die Abhängigkeit vom Öl und das nicht mehr tragbare Konzept der durstigen Riesen-SUV.
Der Hummer-Umbau ist Teil der Serie "Back to Futurama", und nimmt Bezug auf eine Ausstellung aus dem Jahre 1939. Damals versprach GM dem Automobil eine großartige Zukunft. Zugleich verweist die Auto-Kutsche auf die wenig bekannte Geschichte der "Hoover Carts" zur Zeit der Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren: Als sich die wirtschaftliche Lage vieler Autofahrer dahingegen verschlechterte, dass sie sich das Benzin für ihre Ford T-Modelle nicht mehr leisten konnten, sollen sie die Motoren ausgebaut und Pferde vor die Autos gespannt haben. Diese Kutschen wurden in Anlehnung an den damaligen Präsident Hover "Hoover Carts" genannt. Der Künstler sieht sein Werk als Teil der Geschichte: "Wenn wir unsere Abhängigkeit zur hyper-inflationären, konsumorientierten Ölindustrie nicht überdenken, könnte uns nichts anderes übrigbleiben, als Pferde vor unsere Autos zu spannen."
Der ursprüngliche Hummer war ein ziviler Ableger des amerikanischen Militärtransporters Humvee. Dank seiner markanten Form entwickelte sich der teure Wagen schnell zu einem Statussymbol in Hollywood und anderswo. Die späteren Modelle H2 und H3 bekamen mehr Komfort und ein etwas weniger kantiges Äußeres. Der Anstieg der Ölpreise seit 2005 setzte dem Erfolg der Marke jedoch ein Ende.
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zion schrieb:
am 3. September 2010 um 15:53:30
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sinnvoll
Es gibt halt für alles eine sinnvolle Nutzung, selbst für den Hummer !
Hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht ! Respekt !
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Wespe schrieb:
am 29. März 2010 um 11:04:08
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ÖKO
Die AMI´S trauern immer noch den Zeiten vo Ponyexpress und Postkutsche hinterher !
Eine nette Idee zum Thema : die mobile Geschichte
des Landes aufzuarbeiten.
Ansonsten eher ein Leichenwagen für Rolextragende Zuhälter.
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pfatzolistor schrieb:
am 28. März 2010 um 12:14:01
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dummer hummer
...eindeutiger Fall von Tierquälerei! Jedes anständige Pferd würde sich schämen, sich mit so einem Schwachsinnsteil am
Hintern sehen zu lassen, abgesehen vom Gewicht dieses Idiotenpanzers, der eher nach einem Achtspänner verlangt!
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