11.10.2010, 10:09 Uhr
Das ist das Roboterauto von Google (Foto: dpa)
Dass früher oder später von Computern gesteuerte Autos auf den Straßen fahren werden, war eigentlich schon klar. Nun mischt auch der Internet-Riese Google mit und bringt eine Testflotte in den Straßenverkehr. Ob Mobilfunk, Medien oder Buchbranche - Google ist bereits in vielen Geschäftsbereichen aktiv, nun ist die Autoindustrie an der Reihe. Und der Plan ist ein weiterer Beleg für Googles großes Zukunftsprojekt: Künstliche Intelligenz.
Mehr als 1600 Kilometer fuhren die sieben Google-Autos bereits ganz ohne menschliches Eingreifen, insgesamt mehr als 225.000 Kilometer. Erstaunlich ist, wie lange Google das Projekt geheim halten konnte. Gelegentlich waren die Roboterwagen seit mindestens einem Jahr Fahrern in Kalifornien aufgefallen - sie hielten sie jedoch für modernisierte Street-View-Autos. Die Polizei wusste über die Testfahrten Bescheid, wie Chefentwickler Sebastian Thrun in einem Blogeintrag betonte.
Google ist selbstverständlich nicht allein unterwegs. Auch Autohersteller arbeiten seit Jahren an solcher Technik und setzen sie in Warnsystemen zum Teil auch schon ein. Das Auto erkennt dann zum Beispiel die Schilder am Straßenrand sowie Menschen oder Tiere, die sich auf die Fahrbahn zu bewegen. Oder es strafft schon die Sicherheitsgurte an, wenn ein Aufprall droht. Vor wenigen Tagen verkündeten zudem Forscher aus Braunschweig stolz, ihr umgebauter VW Passat namens "Leonie" habe als weltweit erstes vollautomatisch gesteuertes Fahrzeug eine Strecke im realen Straßenverkehr zurückgelegt.
Mindestens acht Jahre wird es nach Einschätzung der Google- Ingenieure dauern, bis die Autos mit Autopilot marktreif sein werden. Bis dahin muss die Technik noch reifen - aber auch das Regelwerk zum Straßenverkehr ist auf solche Technologie überhaupt nicht vorbereitet. Wer ist zum Beispiel verantwortlich, wenn es zu einem Unfall kommt - der Besitzer des Fahrzeugs oder der Hersteller der Computer-Software?
Die heutige Straßenverkehrsordnung sowie die derzeitigen Haftungsregeln gehen unweigerlich davon aus, dass ein Mensch die Kontrolle über das Auto hat. Die Google-Tests waren nur möglich, weil am Steuer Menschen saßen, die jederzeit in das Geschehen eingreifen können. Doch wie der aus Deutschland stammende Wissenschaftler Thrun betont: Computer haben immer den Überblick und sind nie müde oder abgelenkt - im Gegensatz zu Menschen.
Thrun, der schon seit Jahren an Roboterautos arbeitet, glaubt, dass die Technik die Branche grundlegend verändern kann. So fahren Computer Sprit sparender als Menschen. Und da die Gefahr von Unfällen sinkt, könnten die Fahrzeuge auch leichter gebaut werden. Für die Zukunft könne man sich auch Autos vorstellen, die man wie ein Taxi an seinen aktuellen Aufenthaltsort ruft - nur ohne Fahrer am Steuer.
Thrun sagte der "New York Times", das Projekt sei ein Beleg für Googles Bereitschaft, in Technologien zu investieren, die keine schnelle Rendite abwerfen. Ein führender Unterstützer soll Mitbegründer Larry Page sein. Was könnte für den Internet-Konzern am Ende in dem Roboterauto-Projekt drin sein? Google könnte Dienste rund ums automatisierte Fahren anbieten - oder die Technologie zum Beispiel an Autohersteller lizenzieren. Thrun entwickelte auch den in Deutschland umstrittenen Straßenatlas Street View mit - der mit dem Autoprojekt eine ganz andere Bedeutung bekommt.
Auf jeden Fall passen die Roboterautos zur Begeisterung für künstliche Intelligenz, die bei Google immer häufiger durchscheint. Vor wenigen Wochen skizzierte Konzernchef Eric Schmidt in Berlin die Vision von einer "goldenen Zukunft", in der die Computer mit den Menschen mitdenken werden. "In der Zukunft vergessen Sie nichts - weil der Computer sich alles merkt." Jeder könne jederzeit alles erfahren - auch wenn er vielleicht noch gar nicht weiß, dass es ihn interessiert.
Und man werde sich auch nie wieder verirren. "Der Computer wird in allem gut sein, was wir nicht so gut können." Der Preis dafür sei allerdings, dass die Software möglichst alles über einen Menschen wissen müsse, räumte Schmidt ein.
Quelle: dpa
Tobias Claren schrieb:
am 17. Januar 2012 um 02:42:39
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@Tim: "Spaß" am tot fahren...
@tim
Sieht jeder Irre ein, dass er irre ist?
Genau so subjektiv ist die pauschale Aussage dass selbst
autofahren "Spaß macht".
Das ist eine sehr persönliche Meinung, mehr nicht. Unabhängig was für ein Auto es ist.
Ich würde sofort auf das Selbstfahren verzichten. Und dann kommt erst der Spaß, bzw. das positive Gefühl auf.
Leben retten ist also "Geldverschwendung", ja tim will halt das Recht andere tot zu fahren ;-) .
Ist schon besser, wenn Einige NICHT mehr "ins Geschehen e
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kleiner Flipflop schrieb:
am 11. Oktober 2010 um 23:35:13
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@ negativen Ganter
nicht verstanden - zu schwer ? Ich rede hier nicht von manipulierbarer Software sondern von hermetischen Programmen. Wir
erleben z.B. bei Weltraumsonden grandiose Steuerungsabläufe von über 30 Jahren, wenn keine Menschen dran rumspielen ! Es sind zu 99,9 % immer äußerliche Einflüsse die Programme oder Bauteile stören - Auslöser ~~~ Mensch~~~ Redundante Master-Slave Mechanismen machen Fehler mit 1/ 10h12 unmöglich. Beim Auto ist der Auslöser immer der Mensch,selten das Material.
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Robert schrieb:
am 11. Oktober 2010 um 21:15:06
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Taxis nutzlos
Dadurch macht sich Google vollkommen unbeliebt bei den taxifahrern weltweit, wo man ja schon sagen muss dass diese in New York
zum Stadtbild gehören.
Taxifahrer werden arbeitslos, da diese "selbstgesteuerten Autos" schneller ans Ziel kommen. Vollvernetzt sind und google dann natürlich auch weiß wer wann wie oft wohin zu wem fährt und zu welchen Zeiten. Später kommt dann, dass das Auto direkt vor Firmen anhält, die auf dem Weg liegen, da diese ja Geld an Google zahlen.
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