26.08.2010, 14:46 Uhr
Bei der Fahrradmesse Eurobike vom 1. bis zum 4. September zeigen 1100 Aussteller aus 42 Ländern die Trends für 2011. Schwerpunktthema ist das Elektrofahrrad. Die Technik entwickelt sich rasant, die Räder werden leichter, die Akkus leistungsfähiger. Wir zeigen Ihnen die aufregendsten Neuheiten und Trends der Messe.
Das Rad lässt sich nicht neu erfinden. Aber das Elektrorad ist dabei, den Markt total aufzumischen. "Da ist ganz viel Schwung drin", sagt Stefan Reisinger, Projektleiter der Messe Eurobike. Die elektrische Trethilfe ist kein Nischenprodukt mehr für ältere Herrschaften, sondern hat fast alle Zweiradgattungen erobert - vom Alltags- über das Sport- bis zum Faltrad. Und ist inzwischen Megatrend bei modebewussten Großstädtern, sagen Branchenexperten, die einen Vorgeschmack auf die 300 Neuheiten der internationalen Leitmesse gaben.
An eine Erfolgsstory scheinen auch der Elektro-Konzern Bosch und der japanische Komponenten-Marktführer Shimano zu glauben. Sonst wären sie wohl nicht mit von der Partie. Der Fachmann Gunnar Fehlau ist überzeugt, dass die elektrische Muskelkraftverstärkung der sogenannten Pedelecs "kein Strohfeuer ist, sondern eine Glut". 2009 lag der Marktanteil der Räder mit elektrischem Rückenwind in Deutschland zwar nur bei vier Prozent. Aber der Boom ist nicht zu übersehen. 2010 sollen 180.000 Stück (plus 20 Prozent) verkauft werden.
E-Bikes werden immer leichter, die Akkus immer leistungsfähiger. Lithium-Ionen-Batterien sorgen für mehr "Tankinhalt", ohne dass die Ein-Liter-Tetrapak-Größe überschritten wird. Damit steigt die Reichweite, aber auch die Aufladezeit. Das Gewicht der Räder wird nach Einschätzung des Branchenexperten Daniel Fikuart von früher 27 Kilogramm auf 20 bis 22 Kilogramm sinken.
Langfristig dürften auch die Preise nach unten gehen. Denn noch ist der E-Fahrspaß mit etwa 1500 Euro aufwärts nicht ganz billig. Wer ein E-Modell erstmal im Urlaub testen will, kann dies mit Leihrädern in vielen Ferienhotels und -gemeinden tun.
Neuheiten hat die Eurobike aber auch für die große Masse der herkömmlichen Stadt- und Tourenräder auf Lager. Diese Modelle für den Weg zur Arbeit, für den Einkauf, den Ausflug oder den Kindertransport glänzen in der Saison 2011 mit mehr technischen Raffinessen, weniger Gewicht, flotterem Design und mehr Komfort. Die Lenker sind verstellbar, die Gepäckträger stabiler und die Kinderanhänger solider.
Natürlich kommen auch die sportlich ambitionierten Radler auf ihre Kosten. Mountainbikes mit 29 anstatt 26 Zoll-Rädern sind der letzte Schrei. Die größeren Laufräder überwinden leichter Hindernisse. Wer den Rennradprofis nacheifern will, findet extrem aerodynamische Modelle.
Immer besser scheint es auch um die Sicherheit bestellt. Neu sind Tagfahrlichter, die ihren Lichtkegel direkt auf den entgegenkommenden Verkehr richten. Unfälle verhindern soll auch eine sich selbst aufladende Leuchtweste. Weniger sehen als gesehen werden, lautet das Motto bei der Mode.
Als heißer Trend im kommenden Jahr werden "Crosser", spezielle Querfeldein-Räder, gehandelt. Mit ihren breiteren Reifen und stabilen Rahmen sind sie nicht nur eine robuste Alternative zu Rennrädern, sondern auch in der Szene der urbanen Biker ein angesagtes Gefährt. Dank leichter Werkstoffe wiegen diese Rennräder mit Stollenreifen oft kaum mehr als acht Kilogramm.
Schickes Fahrrad-Outfit hat längst in Kneipen und Büros Einzug gehalten. Dazu gibt es einen Fahrradhelm im Nadelstreifen-Look oder in Form eines schicken Basecaps. Den Helmmuffeln fehlt es bald an Ausreden, meinte Experte Fehlau. "Es gibt keinen stilistischen Grund mehr, oben ohne zu fahren."
Quelle: dpa
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