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Reichweitenriese mit Tücken
23.01.2009, 13:06 Uhr | auto-reporter.net, t-online.de
Fiat Grande Punto Natural Power (Foto: Fiat) Fiat gehört in Europa zu den Erdgasauto-Pionieren. Dem 1998 noch Bipower genannten Multipla sind längst der Panda Panda und der nun Natural Power getaufte Fiat Doblò gefolgt. Die Italiener sind mittlerweile die Nummer 1 in Europa, was die Zulassung von Autos mit Erdgas angeht. Jetzt wird auch der Grande Punto mit zwei Zusatztanks angeboten. Der Gas-Punto bietet vor allem dank des großen Benzintanks eine enorme Reichweite. Doch die hat ihren Preis.
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Bivalenter Benziner mit großer Reichweite
Basis für den Grande Punto Natural Power 1.4 ist der 77 PS starke 1,4-Liter-Vierzylinder. Gegenüber dem 1,4-Liter-Benziner verlangt Fiat einen Aufpreis von 3750 Euro. Das Fahrzeug kostet als 3-Türer 16.000 Euro. Dafür erhalten die Kunden ein Fahrzeug, das neben dem Benzinmotor samt 45 Litertank zwei zusätzliche Gastanks mit 13 Kilo Gas bietet. Bei einem Normverbrauch von 4,5 kg Gas reicht der Gasvorrat aber nicht mal für 300 Kilometer. Doch zusammen mit dem Kraftstoff aus dem Benzintank kommt der Punto immerhin auf eine Reichweite von 1200 Kilometern.
Zusatzdisplay im Cockpit
Lediglich der hinten etwas aus dem Fahrzeugboden ragende größere der beiden unter dem Auto verbauten Gasbehälter verrät den Natural Power. Ansonsten sieht das Modell aus wie der Benziner. Auch innen sind die Unterschiede nur marginal. Das Display im Cockpit verfügt zusätzlich über eine digitale Tankanzeige für die 18 Kubikmeter (13 Kilogramm) Gasvorrat.
Technische Daten Fiat Grande Punto Natural Power |
Motor | Leistung | 0-100 km/h | V-Max | Verbrauch | CO2 |
1,4-Liter-Benziner | 77 PS | 14,9 s | 162 km/h | 6,3 l | 149 g |
Gasbetrieb | 70 PS | 16,9 s | 156 km/h | 4,5 kg | 115 g |
Gestartet wird im Benzin-Betrieb
Beim Anlassen ist kurz ein Klacken zu hören, weil die modifizierte Einspritzanlage beim Starten immer auf Benzinbetrieb wechselt. Er erleichtert das Zünden des Motors. Das Umschalten auf Gas erfolgt dann kurze Zeit später automatisch und für den Fahrer nicht spürbar. Spürbar ist allerdings der Leistungsunterschied. Der Vortrieb des von Hause aus mit 77 PS ohnehin nicht gerade üppig motorisierte Vierzylinder lässt im Gastbetrieb deutlich nach.
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Deutlicher Leistungsabfall im Gasbetrieb
Die Papierwerte sprechen eine deutlich Sprache: Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der Grande Punto Natural Power mit Benzin 14,9 Sekunden. Wird mit Erdgas gefahren sind es ganze zwei Sekunden mehr. Das maximale Drehmoment fällt von 115 Newtonmeter auf 104 Newtonmeter, und die Höchstgeschwindigkeit sinkt um 6 km/h auf 156 km/h. Wer im Gasmodus vorwärts kommen möchte, muss viel schalten. Unterhalb von 3000 Umdrehungen zieht der Erdgas-Fiat nur schwach an, während im Benzinbetrieb das Achtventil-Triebwerk bereits ab etwa 2000 Umdrehungen etwas munterer wirkt. Neben der Antriebsschwäche und dem hohen Preis müssen die Kunden mit dem geringen Kofferraumvolumen leben: Wegen des hinteren Gastanks sinkt das Kofferraumvolumen von 275 Litern Klassendurchschnitt auf 200 Liter.
Wenig Tankkosten und Pluspunkte für die Umwelt
Punkten kann der Punto dagegen beim CO2-Ausstoß. Die CO2-Emissionen sinken von 149 Gramm pro Kilometer auf mehr als achtbare 115 g/km bei Nutzung des Gasantriebs. Auch in Sachen Kohlenmonoxid, Stickoxide und unverbrannte Kohlenwasserstoffe punktet der Punto Natural Power mit deutlich geringeren Schadstoffwerten. Rußpartikel fallen fast erst gar keine an. Die reinen Kraftstoffkosten liegen nach Fiat-Angaben etwa 45 Prozent unter dem eines vergleichbaren Benziners und rund 20 Prozent unter dem eines Diesels. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 4,5 Kilogramm bzw. 6,4 Kubikmetern lassen sich im Gasbetrieb 100 Kilometer lassen für rund 3,80 Euro zurücklegen. Doch welche Kosten sich beim Punto letztendlich ergeben, hängt vor allem davon ab, ob die Fahrer den günstigen Gasantrieb oder den teureren Benzinbetrieb nutzen.
auto-reporter.net, t-online.de