07.03.2011, 15:54 Uhr | Georg Ismar
Vor dem Benzingipfel: Wie geht es weiter mit dem Biosprit E10? (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Vor dem "Benzingipfel" der Bundesregierung herrscht in der schwarz-gelben Koalition Ratlosigkeit: "Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen", heißt es. Weder Umwelt- noch Wirtschaftsministerium wollen Pläne für einen Stopp der von vielen Autofahrern verschmähten Kraftstoffsorte E10 bestätigen. Doch die FDP prescht nun vor und verlangt ein Biosprit-Moratorium.
Wohl nur das Bekenntnis zu einer Informationsoffensive. Während die Mineralölbranche jedes neue Produkt mit massivem Aufwand bewirbt, hat sie bei E10 die Füße ziemlich still gehalten. Aber ob mehr Infos noch helfen? Schließlich gibt es wegen der zweifelhaften Klimabilanz, Angst vor Motorschäden und einer oft befürchteten Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln auch eine generelle Skepsis gegenüber Biokraftstoffen. FDP-Fraktionsvize Patrick Döring und Generalsekretär Christian Lindner bringen wegen des Käuferstreiks eine Aussetzung des E10-Verkaufs ins Spiel. Das wäre für Röttgen eine herbe Niederlage. Er müsste seine Klimapolitik neu justieren, da der Autobranche wegen E10 zugestanden wurde, dass ihre Autos mehr CO2 ausstoßen dürfen. Er fährt dem Vernehmen nach im Ministerium eine "Beton-Linie", ein Einlenken bei E10 ist mit ihm bisher nicht zu machen.
Die Benzinbranche spricht davon, dass sich angesichts bereits gedrosselter Raffinerie-Produktion und voller E10-Tanks in den nächsten zwei Wochen etwas ändern muss. Zu konkreten Verkaufszahlen an den bisher rund 7000 Tankstellen mit E10-Zapfsäulen will man nicht viel sagen. Aral betont, statt erwarteter 90 Prozent E10-Anteil beim Super-Benzin sei es bisher nur knapp die Hälfte. In Regierungskreisen heißt es, die Branche sei für ihre Tankstellenbelieferungen verantwortlich und könne nicht der Regierung den Schwarzen Peter zuschieben, wenn sie mit zu hohen E10-Verkaufszahlen kalkuliert hat. Man zwinge die Tankstellen nicht, E10 anzubieten; diese hätten sich aber für diesen Weg entschieden, um die Biokraftstoffquote zu erfüllen.
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Das sagt die Benzinbranche. Bei einer technisch rasch möglichen Rückkehr zum alten Super mit fünf Prozent Ethanol könnten bis zu 2 Cent pro Liter anfallen, die auf den Spritpreis aufgeschlagen würden. Bei Union und FDP wird kritisiert, dass die Branche nun ständig diese Drohung ausspreche und so nicht notwendigen Preiserhöhungen den Weg bereiten wolle. Denn in Vorjahren wurde die Biokraftstoffquote von 5,25 Prozent am gesamten Kraftstoffabsatz teils um 1 bis 2 Prozentpunkte übertroffen. Dies konnte auf die Quote für 2010 und 2011 angerechnet werden, die mittlerweile auf 6,25 Prozent gestiegen ist. Für 2011 ist es daher dank früherer Überschüsse möglich, dass weniger Biosprit verkauft werden müsste. Zudem könnte die Quote auch durch mehr verkauftes Super E5 oder aber durch 100-prozentigen Biodiesel geschafft werden - hier kappte die Regierung aber Steuervorteile.
Nein, sagen die Autobauer. Nur sieben Prozent und damit weniger als drei Millionen der in Deutschland zugelassenen Benziner vertragen den Biosprit nicht. Der Leiter der BMW-Mechanikentwicklung, Thomas Brüner, äußerte zwar den Verdacht, dass Motoren durch E10 stärker als bekannt in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Die Aussage war geeignet, ein Sargnagel für E10 zu sein. BMW ließ dies den ganzen Tag laufen, wird in Regierungskreisen kritisiert. Am Sonntagabend aber betonte BMW dann: "Die Aussagen von Herrn Brüner zum Thema E10 bezogen sich ausdrücklich nicht auf Länder mit Kraftstoffqualitäten wie die in der EU verwendeten, sondern auf Länder mit deutlich minderwertigen Kraftstoffqualitäten."
In der Regel nur im Rahmen der üblichen Garantieleistungen. Die Autobauer stemmen sich aber dagegen, dass sie zur Kasse gebeten werden, wenn E10 langfristig Schaden anrichtet und Schläuche oder Einspritzpumpen angreift. In anderen EU-Ländern wird E10 zum Teil erst in Modellregionen getestet, um zu sehen, ob es funktioniert.
Quelle: dpa
Kritischer Bürger schrieb:
am 8. März 2011 um 18:17:49
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Rüttgers "Beton-Linie"
Die Quittung für die von Rüttgers gefahrene "Beton-Linie" werden ihm die Bürger bei der nächsten Bundestagswahl
präsentieren - ihm und die gesamte Regierungs-Meschpoke. Da sammelt sich inzwischen einiges an und spätestens
am Wahltag ist Schluss mit den scharz-gelben Politbonzen.
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BigL schrieb:
am 8. März 2011 um 18:09:38
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E10
Mein Vater hat gerade die Kündigung für den ADAC geschrieben. War dort immerhin 35 Jahre Mitglied. Was solls die Regierung wird den
ADAC schon retten wenn es zum Massenaustritt kommen sollte.
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anonym schrieb:
am 8. März 2011 um 18:09:25
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Abschaffung von E10
Der einzige Weg aus der E10 Krise ist E10 abzuschaffen!!!!!
Und noch ein Wort zum ADAC: Ich bin langjähriges ADAC
Mitglied, wenn sich der ADAC jedoch weiter hinter die Politiker und Mineralölkonzerne stellt werde ich meine Mitgliedschaft fristlos kündigen und das rate ich auch allen anderen ADAC Mitgliedern.
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