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E10: Autofahrer wollen Agrosprit immer noch nicht - Suche nach Auswegen

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Ausweg gesucht: Autofahrer wollen E10 immer noch nicht

22.03.2011, 10:02 Uhr | Eckart Gienke

Autofahrer wollen immer noch kein E10 tanken (Foto: Jens Büttner, dpa)  (Quelle: dpa)

Autofahrer wollen immer noch kein E10 tanken (Foto: Jens Büttner, dpa) (Quelle: dpa)

Deutschland ist zweigeteilt. Im Osten und im Süden des Landes trifft der Autofahrer beim Tanken auf den umstrittenen Biosprit E10 - und verschmäht ihn nach wie vor.

Im Norden und Westen gibt es kaum E10

Der Norden und der Westen sind dagegen weitgehend E10-freie Zonen. Und sie werden es auch vorläufig bleiben. Sowohl Esso als auch Shell haben sich von ihrem Ziel verabschiedet, bis zum Ende des Quartals sämtliche ihrer Stationen in Deutschland auf E10 umzurüsten. Grund: Die Raffinerien im Norden und Westen stellen ihre Produktion nicht um, weil sich der Stoff im Süden und Osten nicht verkaufen lässt. Also gibt es auch keine Versorgung mit E10 für Tankstellen. Sie verkaufen weiter das alte Super E5 mit 95 Oktan und fünf Prozent Ethanol, das es im Süden kaum mehr gibt.

Autofahrer wollen E10 aus guten Gründen nicht tanken

"Ich weiß auch nicht, wie wir dieses Chaos lösen sollen", seufzt ein Hamburger Mineralöl-Manager. Das Verhalten der Kunden an der Tankstelle ebenso wie mehrere nicht-repräsentative Umfragen lassen nur einen Schluss zu: Die Autofahrer sind nicht nur verunsichert, ob die Benzinmotoren ihrer Autos den zehnprozentigen Ethanol-Zusatz im Sprit vertragen. Es geht um mehr: Viele wollen sich nicht vorschreiben lassen, was sie tanken. Oder sie befürchten, mit E10 der Umwelt zu schaden, obgleich das Gegenteil bezweckt war. "Wir müssen zwar weg vom Erdöl, aber nicht auf Kosten der hungernden Kinder in Afrika und Asien", schreibt ein ADAC-Mitglied auf den Internetseiten des Automobilclubs. Er will, dass der ADAC "die Ausbreitung des Bio-Sprits bekämpft".

Auto
E10: Volkswagen gibt Entwarnung

Diese VW vertragen den umstrittenen Bio-Kraftstoff. Laut eines VW-Sprechers sei die Aufregung nicht nachvollziehbar. zum Video

ADAC ist mal für, mal gegen Biosprit

So weit ist es noch nicht; der ADAC steht formal hinter den Beschlüssen des Benzingipfels und will die Einführung von E10 unterstützen. Doch diese Unterstützung beschränkt sich auf Worte. Gleichzeitig fordert der ADAC, dass eine preisgünstige Ausweichsorte an den Tankstellen erhältlich sein muss, für alle, die kein E10 tanken können oder wollen. Am besten das alte Super mit 95 Oktan und fünf Prozent Ethanol. "Damit versetzt der ADAC E10 den Todesstoß", empört sich Klaus Picard, der Cheflobbyist der Mineralölwirtschaft. Ungerührt kündigt ADAC-Präsident Peter Meyer an, sein Verein werde Tankstellen verklagen, wenn kein günstiges E5-Benzin angeboten werde.

Niedrigere Preise für E10 bislang ohne Erfolg

In der Branche gehen nun mehrere Szenarien um. Die Tankstellen- und Raffineriebetreiber hoffen, dass sie doch noch die meisten Autofahrer als E10-Kunden gewinnen können. "Bei der Einführung des bleifreien Benzins hat es einen ähnlichen Aufschrei gegeben", erinnert sich Axel Graf Bülow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Freier Tankstellen (BFT). "Diesmal dauert es vielleicht etwas länger." Die Mineralölbranche hat mehr zu verlieren als zu gewinnen, wenn die E10-Einführung scheitert. Sie hat hohe Millionenbeträge in die Umstellung auf E10 investiert. "Wir wollen wirklich alles versuchen, damit E10 ein Erfolg wird", sagt Gabriele Radke von der Esso, die an einigen Tankstellen mit niedrigeren E10-Preisen experimentiert. Bislang ohne Ergebnis.

Mineralölwirtschaft könnte mehr Super Plus produzieren - aber geht das überhaupt?

Wenn alles Marketing nichts nützt, muss sich die Branche auf einen dauerhaft veränderten Absatzmix einstellen. "Wir haben keinen Plan B", heißt es aus der Branche. Bislang wurden Benzinmotoren ungefähr zu 95 Prozent mit Super betankt, zu fünf Prozent mit Super plus und höherwertigen Sorten. E10 wird, soviel scheint heute klar, nicht 95 Prozent des Marktes erobern können. Um Super Plus in größeren Mengen herstellen zu können, müssen aber die Raffinerien erneut umgestellt werden, außerdem auch Tanklager und Tankstellen. Das kostet wieder etliche Millionen Euro. Mehr als 20 bis 30 Prozent Super Plus lassen sich aus einem Barrel Rohöl ohnehin nicht herausholen, und das ist eventuell zu wenig zur Versorgung des Marktes.

Autofahrer werden für E10 zahlen müssen - so oder so

Zudem ist schon jetzt klar, dass die Branche die geforderte Bio-Quote im Benzin nicht einlösen kann und deshalb hohe Strafen zahlen muss. Die werden dann in den Benzinpreis eingerechnet und bezahlen wird der Autofahrer. In der schwierigen Situation würden sich die Ölfirmen am liebsten mal zusammensetzen und gemeinsam nach Wegen aus der Krise beraten. Aber das geht auch nicht: Viel zu heikel gegenüber dem Kartellamt.


Quelle: dpa

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Kommentare (208)

zum Forum

Thema: "E10: Autofahrer wollen Agrosprit immer noch nicht - Suche nach Auswegen "

omegamann schrieb: am 8. April 2011 um 19:14:25
(0) (0) seit 2tagen
läuft mein omega im leerlauf unruig ,möchte wetten das die schweine E10 in den super zapfseulen rein gemacht haben,der ADAC
sollte das mal öfter kontrolieren
mehr Kommentar melden

grßtankstellen meider schrieb: am 8. April 2011 um 08:27:30
(0) (0) diesel
gestern auf 1,52 warum werden die diesel fahrer noch mehr bestraft die müssen schon mehr steuern fürs auto bezahlen und haben mit
E10 nichts zu tun,wenn die E10 meiden hat das einen grund die können es nicht tanken
mehr Kommentar melden

EUE70 schrieb: am 3. April 2011 um 22:53:48
(0) (0) Benzinabzocke
Wenn die Regierung Nur wollte, wäre schon längst ein Antriebskraftstoff an den Tankstellen zu haben,der beiweitem günstiger
ist und Umweltfreundlich, aber die wollen nicht, weil das alles nur abzocke von Seiten der Regierung ist. Denn überall wo der Staat seine Finger im Spiel hat (Tabak) ist diese Produkt überteuert, weil die Sahnen damit richtig ab. Warum kann ein U-Boot mit Wasserstoff fahren???? warum geht das nicht mit PKW-LKW-oder Krad???
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