
09.11.2011, 11:10 Uhr | Jochen Vorfelder
Revolution im Hause Ducati: Das neue Superbike 1199 Panigale ist eine komplette Neukonstruktion und gespickt mit Elektronik. Die ist auch nötig, um das Geschoss auf Kurs zu halten. Denn die Maschine beschleunigt mühelos auf 270 Sachen. Wer sie fahren will, braucht vor allem Selbstdisziplin.
Bescheidenheit war noch nie Sache der Ducati-Leute. Die Italiener verstehen sich schon seit jeher als Lieferant ganz besonders exklusiver Motorräder, die der Konkurrenz auch in technischer Hinsicht überlegen sind. Das verpflichtet natürlich - erst recht, wenn es um den Auftritt auf der wichtigsten Messe des Jahres geht: Die Esposizione internazionale del ciclo e motociclo, kurz Eicma, die am 11. November in Mailand beginnt. Entsprechend pompös fiel der Auftritt der 1199 Panigale am Montagabend aus. Das neue Superbike rollte im Teatro dal Verme auf die Bühne und sorgte so für das erste Highlight, bevor die Show überhaupt begonnen hatte. Mit ihrem aggressivem Aussehen in knalligem Rot sieht die Maschine schon im Stand so aus, als könnte man damit gar nicht langsam fahren.
Bei der Entwicklung der Maschine haben sich die Ducati-Ingenieure zu großen Teilen aus den Regalen ihrer Rennsportabteilung bedient. Herzstück der Panigale ist der brandneue Superquadro-Motor. Lediglich das Zweizylinder-Motorenkonzept mit 90 Grad Zylinderwinkel und die desmodromische Ventilsteuerung halten die Tradition der Ducati-Aggregate aufrecht.
BWM zeigt erstmals die neue K 1600 GT auf der Straße, die 2011 auf den Markt kommt. Die Maschine beschleunig von 0 auf 100 in 3,2 Sekunden. zum Video
Doch sonst scheuten die Ingenieure weder Mühe noch Kosten, um Leistung und Drehmoment zu steigern. Zum Beispiel sorgt eine Pumpe für ein konstantes Vakuum im Kurbelgehäuse unterhalb der Kolben, um den Widerstand bei der Abwärtsbewegung zu reduzieren. Die Kolben sind breit wie Untertassen und bewegen sich dafür nur eine sehr kurze Strecke auf und ab.
10.750 Umdrehungen schüttelt der Zweizylinder so ohne Anstrengung aus dem Ärmel und leistet dabei satte 195 PS. Damit leistet die Panigale ähnlich viel, wie die BMW S 1000 RR; mit einem Trockengewicht von 164 kg ist sie allerdings um fast 20 Kilogramm leichter als der Supersportler aus München. Bei Motorrädern sind das Welten.
Bei Chassis und Fahrwerk haben die Entwickler ganz neue Wege beschritten. Der Ducati-typische Trellis-Gitterrohrrahmen musste einer Neukonstruktion weichen, die sich wiederum eng an das Vorbild der MotoGP-Maschine anlehnt. Der Aluminium- und Magnesium-Vorderbau und der Heckrahmen sind direkt an den Motor angeflanscht; die Auspuffanlage liegt kompakt unterhalb des Motorblocks. Kraftvolle Brembo-Bremsen, filigrane Schmiedefelgen und die Einarmschwinge sind inzwischen schon Ducati-Standard.
Ganz Unerschrockene können die Rakete auf mehr als 270 km/h beschleunigen - eine Dynamik, die nicht wenige Motorradfahrer überfordern dürfte. Das sagt in Bologna zwar keiner laut, doch in aller Stille haben die Ingenieure eine Menge elektronischer Sicherheitsnetze gespannt. Je nach Ausführung - die Panigale gibt es als 1199, 1199 S und 1199 Tricolore - sind an Bord: ein digitaler Gasgriff (Ride-by-Wire-System), der nicht nur gefühlvolles Gasgeben ermöglicht sondern auch die Signale der Traktionskontrolle DTC empfängt, was ein Durchdrehen der Räder verhindern soll. Umgekehrt verhindert ein ABS, das Ducati gemeinsam mit Bosch entwickelt hat, Bremsblockaden. Aus irgendeinem Grund lässt es sich aber abschalten.
Erstmals zum Einsatz kommt in einem Supersportler auch die Engine Brake Control EBC, die die Spurstabilität bei scharfen Bremsmanövern verbessern soll, und die Ducati Electronic Suspension (DES). Mit diesem System wird bei der Auswahl aus den drei Fahrmodi Race, Road und Wet die Einstellung der Öhlins-Gabel und des Federbeins mit kleinen Elektro-Stellmotoren automatisch nachjustiert.
Im Wet-Modus ist die Leistung darüber hinaus auf 120 PS begrenzt und die Gasannahme erfolgt sehr weich. In der höchsten Stufe setzt der Motor laut Ducati Gasbefehle viel direkter um und entfaltet die volle Kraft. Für ambitionierte Rennfahrer wiederum hält Ducati noch die sogenannte Quick-Shift-Schaltung DQS bereit, ein halbautomatisiertes Getriebe, das bei Beschleunigungsorgien jederzeit den optimalen Schaltzeitpunkt findet.
Auch im Cockpit geht es futuristisch zu: Die Kontrollarmaturen und -anzeigen liegen allesamt digital auf einem TFT-Farbbildschirm, dessen Darstellung sich je nach Fahrsituation, Modi und Zustand des Motors ändern: so liegt der Beginn des kritischen Drehzahlbereichs während der Einfahrperiode, der ersten 1000 Kilometer, bei 6000 U/min. Danach springt er automatisch auf 10.500 U/min.
Optisch ist die Panigale - benannt nach dem Bologneser Vorort, in dem das Ducati-Werk liegt - ganz der Tradition verpflichtet: enge Verkleidung mit scharf konturiertem Gesicht und LED-Scheinwerfern (S und S Tricolore), schmale Taille und leicht fliehendes Heck. Die Auspuffendrohre sind nach der Phase der Underseat-Anlagen wieder nach unten gewandert.
Natürlich drängt sich angesichts der Leistungsdaten der Panigale die Frage auf, welchen Sinn das alles macht. Denn trotz der zahlreichen elektronischen Helferlein bleibt sie ein Motorrad, die im normalen Straßenverkehr eigentlich nichts zu suchen hat. Nur sehr disziplinierte und erfahrene Fahrer dürften in der Lage sein, die auftretenden Kräfte überhaupt zu beherrschen.
Die Panigale soll ab März 2012 bei den Händlern stehen und in der Grundversion 14.490 Euro kosten. Deutlich teurer ist die S Version mit 24.490 Euro und die Tricolore (28.690 Euro).
Quelle: Spiegel Online
blackbird schrieb:
am 22. Dezember 2011 um 22:09:17
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DUCATI
wer hier von mangelnder selbstdisziplin und zu starken maschinen faselt hat noch nie auf einem motorrad gesessen - es ist einfach nur
faszinierend diese kraft zu spüren. motorrad fahren heisst mit allen sinnen genießen - totfahren kann ich mich auch mit meinem oldtimer, der hat 27 PS !!! aber - dieser "Bericht" ist genau aus diesem grund so geschrieben - man WILL sich wichtig machen - keiner der kritiker hier hat eine ahnung von motorrädern. !!!!
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Versager schrieb:
am 22. November 2011 um 09:11:24
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Elektrik in Italien
Was hilft einem so ein italienisches Programmierzeug, wenns nicht richtig programmiert und darum nicht fährt. Dann ist
es nähmlich kein Fahrzeug. Diese ganze Einsprizer und Mappingzeugs. Dann beept das und nix geht. Da lob ich mir meine guten alten Weber Doppelversager an mein NSU Prinz. Das ist Rennsporttrchnik. Und auch meine 350er Yahama 2takter hat noch Vergaser. Das funzt und ich leder jeden bei uns im Schwarzwald ab.
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Toyo81 schrieb:
am 15. November 2011 um 19:10:49
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Echt ARM
Das ist schon echt ARM was man hier liest....
Motorradfahren soll Spaß machen.... egal mit welcher Marke man unterwegs ist ;-)
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