01.03.2012, 11:33 Uhr
Sie war der unbestrittene Star der Mailänder Motorradmesse EICMA, und selten wurde ein Motorrad mit so viel Spannung erwartet - die Rede ist von der Ducati 1199 Panigale, die dem italienischen Traditionsunternehmen den Aufbruch in ein neues Zeitalter ermöglichen soll. Die 1199 - nach dem Heimatviertel Ducatis in Bologna, Borgo Panigale, benannt - ist auf den ersten Blick eindeutig als Ducati auszumachen, und doch ist hier nichts mehr so wie es war.
In der neuen, extrem schlanken Verkleidung steckt rundum LED-Technik, durch die Verlegung der Schalldämpfer vor das Hinterrad leuchten im Heck Dioden, wo früher die Endtöpfe herauslugten. Für Traditionalisten schwer verdaulich ist die Abkehr vom charakteristischen Gitterrohrrahmen; das Chassis besteht aus einem Leichtmetall-Monocoque-Rahmen vorn sowie einem Hilfsrahmen hinten, die von der neuen Kraftquelle mittragend verbunden werden.
Der neue "Supersquadro" genannte Motor ist ein 90-Grad-V-Aggregat mit desmodromischer, also zwangsbetätigter Ventilsteuerung. Doch damit haben sich die Ähnlichkeiten zu anderen Ducati-Modellen schon erschöpft: Erstmals treibt eine Zahnkette samt Zwischenzahnrad statt Zahnriemen die Nockenwellen an, riesige 112 Millimeter große Kolben rasen lediglich 60,8 Millimeter in den Laufbuchsen auf und ab und bescheren ein überquadratisches (= supersquadro) Hub-Bohrungsverhältnis.
Vorbild des Gefährts, das man übrigens auch mit dem PKW-Führerschein bewegen darf, ist der Suzuki Intruder C 800. zum Video
Zahllose technische Kniffe machen den neuen Antrieb gleichzeitig leicht und so stark wie noch nie: Aus 1198 Kubikzentimeter Hubraum erlöst der V-Zwo mit 195 PS. Die Motorpower wird wahlweise in den Fahrmodi "Race", "Sport" (mit sanfterer Gasannahme) und "Wet" (zusätzliche Reduzierung auf 120 PS) abgegeben.
Dazu gibt's die bekannt gute achtfach einstellbare Traktionskontrolle und einen Schaltautomaten serienmäßig, mit dem sich ohne Kuppeln bei Vollgas hochschalten lässt. Die elektronischen Helferlein sind auch nötig, denn die Ducati 1199 Panigale schafft Tempo 270.
Beim Aufsitzen macht die Panigale mit ihrer extremen Wespentaille und der Vorderrad-orientierten Gewichtsverteilung von 52 Prozent zu 48 Prozent einen erstaunlich filigranen Eindruck. Dazu bietet die überarbeitete Ergonomie mit höherem wie breiterem Lenker und weiter vorn platziertem Fahrer für Ducati-Verhältnisse sogar so etwas wie Komfort.
Nach dem Druck auf den Anlasser brüllt die Panigale vehement und voll aus den beiden Schalldämpfern unterm Motor und macht jedem klar, worum es hier geht - Supersport in seiner reinsten Definition. Verzögerungsfrei reagiert das elektronisch per Ride-by-Wire an den Gasgriff gekoppelte Triebwerk auf jede Handgelenksbewegung, kommt ordentlich, aber nicht überwältigend aus dem Drehzahlkeller. Subjektiv liegt die Panigale hier nicht über der Vorgängerin, der 25 PS schwächeren 1198.
Doch ab 7000 Umdrehungen rast die Balkenanzeige im TFT-Cockpit in Richtung Begrenzer bei 11.500 Touren, rund um die Anzeige beginnt ein Wetterleuchten in Form des heftiger werdenden Schaltblitzes und die Panigale katapultiert sich samt Fahrer geradewegs vorwärts. Am Ende der Geraden schlägt die Stunde der neuen Brembo-Monoblockzangen, als Premiere bei Ducati mit einem in drei Stufen regelnden oder ganz abschaltbaren Bosch-ABS versehen. Die Stopper agieren nicht mehr ganz so bissig, dafür mit sensiblem Feedback und großartiger Bremseffektivität. Diese kommt auch durch die unglaubliche Stabilität der Ducati selbst bei heftigstem Ankerwerfen zustande.
Dafür sorgt zum einen das ABS, das bei heftigen Bremsmanövern einen kleinen Teil der Kraft zusätzlich aufs Hinterrad transferiert, zum anderen implantierten die Ingenieure mit der Electronic Brake Control EBC eine Technik aus der hauseigenen Rennabteilung, die negative Fahrwerkseinflüsse vom Hinterrad eliminiert.
Tatsächlich liegt die Panigale selbst im ABS-Regelbereich noch wie ein Brett, doch für versierte Fahrer ist es zunächst irritierend, wenn das Bike von hinten scheinbar minimal weiter schiebt. Sämtliche elektronischen Helfer von der Traktionskontrolle über das ABS, die EBC und das elektronisch verstellbare Fahrwerk sind individuell in verschiedenen Stufen einstellbar.
Mithin hat die Panigale die Messlatte im Superbike-Bereich enorm hoch gelegt. Nachteil: das Bike ist wahnsinnig teuer. In der Standardversion mit Marzocchi-Gabel, Sachs-Federbein, ABS, Traktionskontrolle, EBC und Schaltautomat kostet die Ducati 19.450 Euro; die 24.490 Euro teure S zeigt dagegen einen LED-Hauptscheinwerfer, leichte Schmiederäder und edle Öhlins-Federelemente samt einstellbarem Öhlins-Lenkungsdämpfer sowie das elektronische Fahrwerk DES.
Die Panigale Tricolore kostet 28.690 Euro, kommt in den italienischen Nationalfarben und ist zusätzlich mit einem GPS-gestützten Datarecording-System sowie einem Titan-Auspuff von Termignoni ausgerüstet.
Quelle: mid
Lüken schrieb:
am 9. März 2012 um 08:58:28
(9)
(0)
Panigale
Bei diesem Motorrad geht es nicht um Vernunft.
Es ist Ausdruck von dem was machbar ist und dabei auch funktioniert.
Und natürlich
spiegelt sich die einzigartige Kunst der Bologner wieder
Motorräder zu bauen die einzigartig sind hinsichtlich Design, Leidenschaft und
Ästhetik. Eben wie schon oft erwähnt Emotionen, Gänsehaut.
Fahre selber Multistrada 1200 S, ein Traum von Motorrad.
mehr
Kommentar melden
Bello schrieb:
am 4. März 2012 um 18:01:35
(12)
(5)
Ducati
Zuverlässigkeit? Die Ducatis sind es! und nicht so wartungsintensiv wie die Reihenhaus-Vierzylinder... Und Soundtechnisch gehen die
mal gar nicht... Hört sich an wie ne Katze, der man auf den Schwantz tritt... Ich bin mal mit meiner alten Monster hinter ner Gixxe hergefahren... Die hab ich nicht einmal gehört??!! Hätte auch gleich ein roller sein können...
mehr
Kommentar melden
QVC schrieb:
am 4. März 2012 um 16:14:33
(8)
(0)
@kater
Zuverlässigkeit und Emotionen sind wie Katz und Maus,das wird man nie wirklich unter einem Hut bekommen.Ich habe auch viele Jahre
Japaner gefahren und fahre jetzt Superduke,und daher weiß ich wovon wir BEIDE reden. Im punkto Fahrwerk kann den sportlichen Moppeds aus Europa wohl kaum einer das Wasser reichen..... Jaja,ich weiß(Moto GP Superbike WM usw)Hier geht`s aber um Moppeds für Jedermann,für`n öffentlichen Strassenverkehr etc. Zweizylinder drücken einfach mehr aus der Mitte und das`s schon c
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Spezialkollektion für jede Kör-
perform: perfekt für Business und Freizeit. zum XXL-Special
Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ
Edle Design-Möbel, die Platz sparen und Stauraum bieten - jetzt günstig!
von FASHION FOR HOME