Citroën C3 Picasso (Foto: Citroën)Frischen Wind in die Klasse der Mini-Vans bringt Citroën jetzt mit dem neuen C3 Picasso. Der in der Slowakei produzierte Franzose kombiniert die Wendigkeit eines Kleinwagens mit ausgezeichneter Raumausnutzung und eigenständigem Design. Ab Anfang März steht er zu Preisen ab 14.900 Euro bei den deutschen Händlern.#
Sagen Sie Ihre Meinung zum Citroën C3 Picasso! Am Textende finden Sie ein Kommentar-Feld. Einfach einen (Spitz-)Namen eintragen, Text eingeben - und absenden.
Zwischen Lastesel und Lifestyle
Vans aller Größen gelten als die "hässlichen Entlein" der Automobilbranche: Anspruchslos gestaltet, verströmen die meisten Exemplare Nutzwert und Praktikabilität - und den Charme eines Lieferwagens. Seitdem sich Citroën bei der Familie Picasso die Namensrechte besorgt hat, arbeiten die Franzosen daran, das Image der Großraumlimousinen als reine Gebrauchsgegenstände aufzuweichen. Jüngster Streich ist der C3 Picasso, dessen kubische, eher schlichte Grundform durch verspielte Design-Elemente aufgebrochen wird. Mit Details wie der angeschrägten Frontpartie, der ungewöhnlichen Scheinwerfergrafik und der Anordnung der Heckleuchten schafft der Fünftürer den Spagat zwischen Lastesel und Lifestyle.
Viel Platz für Passagiere und Gepäck
Nichts wird durch eine sanft abfallende Dachlinie verschenkt, auch hinten freuen sich die Passagiere über stattliche Bein- und Kopffreiheit. Und nicht nur beim Platzangebot, sondern auch beim Kofferraumvolumen übertrifft der 4,08 Meter lange und 1,62 Meter hohe Picasso mit 500 Litern Stauraum die Werte des engsten Konkurrentenkreises, zu dem Modelle wie Nissan Note, Opel Meriva oder Renault Grand Modus zählen.
Technische Daten Citroën C3 Picasso
Motor
Leistung
0-100 km/h
V-Max
Verbrauch
CO2
Preis ab
1,4-Liter-Benziner
95 PS
13,9 s
178 km/h
6,8 l
157 g
14.900 Euro
1,6-Liter-Benziner
120 PS
11,7 s
188 km/h
6,9 l
159 g
18.000 Euro
1,6-Liter-Diesel
109 PS
12,4 s
183 km/h
4,9 l
130 g
20.000 Euro
Variabler Innenraum
Auch in Fragen der Variabilität steht der C3 Picasso dem in die Jahre gekommenen Flexibilitätsvorreiter Opel Meriva in nichts nach. Die Rücksitze sind in der Länge um 15 Zentimeter verschiebbar, um je nach Wunsch die Bewegungsfreiheit auf den Rücksitzen oder das Fassungsvermögen des Gepäckraums zu erhöhen. Zudem sind sie vom Kofferraum aus mit einem Handgriff asymmetrisch geteilt umklappbar. Der Kofferraumboden ist in zwei Höhen verstellbar. In der höheren Position schließt er bündig mit der Ladekante ab und erleichtert so das Herausnehmen schwerer Gegenstände. Optional gibt es außerdem einen herunterklappbaren Beifahrersitz und eine Skiklappe in der Rückenlehne der Rücksitze.
Heller Innenraum auch ohne Panoramadach
Die Karosseriegestaltung trägt außerdem zu einem hervorragenden Raumgefühl bei. Auch ohne das optionale Panorama-Glasdach strömt von allen Seiten Licht durch die großen Fensterflächen in den Innenraum und erzeugt ein Freiheitsgefühl, das bei einem gerade mal vier Meter langen Auto selten anzutreffen ist. Besonders die schlanken A-Säulen, die große, steil stehende Heckscheibe und die niedrige Fensterlinie sind dafür verantwortlich. Viereinhalb Quadratmeter Glasfläche kommen nach Angaben des Herstellers auf diese Weise zusammen. Weil zudem viel Aufwand bei der Geräuschdämmung betrieben wurde, reist man luftig und leise zugleich.
Mittiger Tacho irritiert nach wie vor
Der Fahrerarbeitsplatz hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Zwar ist das Lenkrad serienmäßig in Höhe und Tiefe verstellbar, und auch der Schalthebel liegt gut zur Hand. Die Anzeigen für Geschwindigkeit und Drehzahl thronen allerdings wie bei allen Vans des Herstellers mittig auf der Armaturentafel und liegen damit außerhalb des natürlichen Blickfelds des Fahrers; diese Anordnung gehört zu den weniger liebenswerten und unbedingt verzichtbaren Eigenarten des Franzosen. Die Bedienelemente für Klima und Radio sind hingegen relativ tief unten positioniert. Ergonomisch besteht hier also durchaus Verbesserungspotenzial.
Zwei Benziner aus der Kooperation mit BMW
Dies gilt auch für das Motorenangebot. Zum Start bietet Citroën zwei Benziner-Triebwerke mit 95 PS und 120 PS sowie einen Diesel mit 109 PS an; ein Euro-5-fähiger Diesel mit 90 PS folgt erst 2010. Weil beim einzigen Selbstzünder schon der Basispreis von 20.000 Euro abschreckt, erscheint der Griff zum Ottomotor als sinnvollere Wahl. Beide Benziner entstammen der Zusammenarbeit mit BMW, doch schon das 120-PS-Triebwerk wirkt schlapp und bisweilen mit der Aufgabe überfordert, den knapp 1,4 Tonnen schweren Mini-Van in Schwung zu bringen.
Start-Stopp-Automatik kommt erst 2011
6,9 Liter Durchschnittsverbrauch und ein CO2-Ausstoß von 159 g/km sind keine herausragenden Werte, und Besserung ist erst 2011 in Sicht, wenn Citroën eine neue Start-Stopp-Automatik liefert. Auch das vergleichsweise komfortable Fahrwerk, das der Wankneigung des hohen Karosserieaufbaus bereitwillig nachgibt, und die etwas indifferente Auslegung der Lenkung tragen dazu bei, dass Antrieb und Fahrverhalten im Gegensatz zum Innenraumkonzept nicht zu den Stärken des C3 Picasso gehören.
Für die Basisversion verlangt Citroën 14.900 Euro. Eine selbstbewusste Ansage in schwierigen Zeiten, zumal das Sicherheitspaket zwar ESP und den üblichen Airbagschutz umfasst, aber unverzichtbare Komfortextras wie Klimaanlage und CD-Radio erst ab der nächst höheren Ausstattung "Tendance" für mindestens 17.000 Euro an Bord sind. Leichtmetallfelgen kosten selbst in der Top-Ausstattung "Exclusive" noch extra. Dennoch will man in Deutschland pro Jahr mindestens 5000 Einheiten des neuen Raumwunders absetzen; bei einem Anspringen der Autokonjunktur dürfen es auch gerne mehr sein.