Citroën C-Crosser (Foto: Citroën)Als Nachzügler tritt der Citroën C-Crosser auf dem SUV-Markt an. Der Franzose punktet dabei vor allem auf viel Platz für Gepäck sowie sieben Sitzplätze. Damit unterscheidet er sich von seinen technisch identischen Schwestermodellen Mitsubishi Outlander und Peugeot 4007, die die dritte Sitzbank zurzeit nur gegen Aufpreis anbieten. Die Regie bei der Entwicklung des Allradlers haben die Japaner geführt, vom französischen PSA-Konzern stammt lediglich der 156 PS starke 2,2-Liter-Dieselmotor. Die Preisliste für die einzige Selbstzünderversion startet bei 33.600 Euro.#
Die drei bulligen SUV-Brüder gleichen sich auch optisch wie Drillinge, unterscheiden sich lediglich in Details wie den verschiedenen Markenlogos. So trägt auch die Karosserie des C-Crosser muskulöse Kotflügel, eine hohe Schulterlinie und eine massive Front, die in diesem Fall durch den traditionellen Doppelwinkel geziert wird. Für ein wenig Dynamik sorgt die leicht zum Heck hin abfallende Dachlinie, viele Chromzierteile schaffen etwas Eleganz. Insgesamt wirkt der 4,65 Meter lange und 1,81 Meter breite Fünftürer kräftig und massiv.
Größer als ein VW Tiguan
Mit seinen Abmessungen schießt er gut 20 Zentimeter über den Schnitt der zurzeit besonders beliebten Kompakt-SUV vom Schlage eines VW Tiguan heraus, erreicht aber noch nicht die Größe von Oberklasse-SUV wie dem Mercedes-Benz ML. Bei der Parkplatzsuche stellt der große Citroën den Fahrer trotzdem vor eine Herausforderung: Neben den großen Abmessungen erfordert die unübersichtliche Karosserie sowie der große Wendekreis von zwölf Metern viel vorsichtig bei der Rangierarbeit.
Das Platzangebot für Passagiere und Gepäck ist jedoch mehr als ordentlich. Fahrer und Beifahrer nehmen eine hohe Sitzposition mit guter Sicht auf den Verkehr ein. Ungünstig platziert ist jedoch die optionale elektrische Sitzverstellung, die im Spalt zwischen Tür und Sitzpolster nur von schmalen Händen erreichbar ist. In Reihe zwei geht es auf den äußeren Plätzen geräumig zu, in der Mitte wird es für Erwachsene aber etwas eng.
Viel Platz im Innenraum
Die Notsitze in der dritten Reihe sind nur von Kindern bequem nutzbar, verschwinden aber auf Wunsch eingeklappt im Kofferraumboden. Die Mechanik ist jedoch etwas kompliziert und rabiat, so dass man bei Benutzung auf seine Finger acht geben sollte. Bei voller Bestuhlung stehen im Kofferraum lediglich noch 184 Liter Raum zur Verfügung, bei nur fünf Sitzplätzen erhöht sich das Volumen auf 441 Liter, bei umgeklappter zweiter und dritte Sitzreihe passen maximal knapp 1700 Liter Gepäck in das Abteil. Die Innenraumausstattung gefällt mit übersichtlicher Anordnung der Bedienelemente, ordentlichen Materialien und guter Verarbeitung. Auch Ablagen sind ausreichend vorhanden. Das optionale Touchscreen-Radio-Navi bietet leider nur einen schwachen Rundfunkempfang und ist mit seinen kleinen Tastfeldern während der Fahrt nur schwer zu bedienen.
Pluspunkte sammelt der Franzose hingegen bei der Motorisierung. Der Vierzylinder-Turbomotor geht kraftvoll zu Werke, zieht bereits bei niedriger Drehzahl ordentlich nach vorn und lässt den Spurt von null auf 100 km/h in guten 9,9 Sekunden gelingen. Das gestufte manuelle Sechsgang-Getriebe erleichtert neben dem Beschleunigen das schaltarme Fahren. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h und ist recht flott erreicht - allerdings unter starken Windgeräuschen und deutlich erhöhtem Verbrauch. Im Schnitt benötigt das SUV ordentliche 8,5 Liter auf 100 Kilometern. Allerdings nur bei per Knopfdruck abgeschaltetem Allradantrieb.
Allradantrieb auf der Autobahn abschalten
Dann wird der Softroader allein über die Vorderräder angetrieben. Das bietet sich vor allem auf der Autobahn an. Auf kurvigen Landstraßen führt es jedoch zu deutlichem Untersteuern. Und im Stadtverkehr machen sich schlechte Traktion und Antriebseinflüsse in der Lenkung ebenso bemerkbar. Es empfiehlt sich daher auch dort das Fahren mit vier angetriebenen Rädern. Auf alle Fälle ist der Allradantrieb bei Geländefahrten angesagt, die mit dem eleganten SUV aber die Ausnahme bleiben werden. Dabei steht sogar eine manuell aktivierbare Differentialsperre zur Verfügung, die das Durchdrehen der Räder im Gelände verhindert, eine Getriebeuntersetzung ist nicht erhältlich.
Mehr Reisewagen als Geländegänger
Das Terrain des C-Crosser ist jedoch ganz klar die befestigte Straße, wo er als geräumiger Reisewagen punkten kann. Die Fahrwerksabstimmung ist für Citroën untypisch straff geraten, bietet aber auf jeden Fall genug Komfort und verhindert allzu starkes Karosseriewanken in Kurven. Bislang hat es der C-Crosser allerdings schwer in Deutschland. Lediglich rund 700 neue Besitzer hat das erste SUV der Marke hierzulande seit seiner Einführung im Herbst gefunden. Dabei bietet es viel Platz und guten Komfort. Was ihm fehlt, ist jedoch eine eigene Identität. So reizt das in Japan gebaute Fahrzeug die immer noch zahlreichen Fans der französischen Traditions-Marke wohl nicht.