BMW 123d (Foto: BMW)Das wachsende Angebot von Karosserieversionen der BMW 1er-Reihe spiegelt den Erfolg des Premium-Kompaktklässlers wider. Neben Fünftürer, Coupé und Cabrio ist seit vergangenem Jahr auch der Dreitürer erhältlich. Mit sportlichem Design, kräftigen Motoren und hochwertiger Verarbeitung will der Münchner seinen Wettbewerbern wie zum Beispiel dem Audi A3 die Kunden abwerben. Besonderes Highlight der Baureihe ist das neue Top-Dieselaggregat mit 204 PS. Mit dem bislang leistungsstärksten Diesel-Vierzylinder der Welt ist der Hecktriebler ab rund 31.000 Euro zu haben.
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Charakter in der Golfklasse
Der Einser hebt sich von den meist recht unauffällig aussehenden Wettbewerbern der Golfklasse mit seinen Ecken und Kanten als ein Charakter-Auto ab. In der dreitürigen Variante mit weit nach hinten reichenden Türen werden die lange Schnauze und das kurze Steilheck der markanten Karosse noch stärker betont als beim Fünftürer. Seitliche Sicken und die abfallende Dachlinie bringen Schwung in das 4,20 Meter lange Blechkleid.
Motor des Jahres unter der Haube
Der 2,0-Liter-Dieselmotor, der kürzlich zur "Engine of the Year" gekürt wurde, ist das bislang leistungsstärkste Vierzylinder-Dieseltriebwerk auf dem Markt und vereint einen hohen Spaßfaktor mit geringem Verbrauch. Der Vollaluminium-Motor leistet 204 PS und verfügt über ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern bei 2000 bis 2250 Umdrehungen pro Minute. Das Turbo-Triebwerk zeigt keinerlei Schwächen und reagiert sofort auf den Beschleunigungsbefehl.
Technische Daten BMW 123d
Motor
Leistung
0-100 km/h
Verbrauch / im Test
Preis ab
2,0 Twin-Turbo
204 PS
6,9 s
5,2 Liter / 6,5 Liter Diesel
31.000 Euro
Flott und leise
In 6,9 Sekunden ist der Standardspurt absolviert, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 238 km/h. Untypisch für einen Diesel geht dem Antrieb selbst bei hoher Drehzahl die Puste nicht aus - er prescht stets mit voller Kraft voraus. Bei kaltem Motor sind die Dieselgene zwar unüberhörbar, doch warmgelaufen ist das Geräuschniveau auch bei zügiger Autobahnfahrt angenehm niedrig. Ab 160 km/h wird das leise Brummen des Motors ohnehin von kräftigen Windgeräuschen übertönt. Die jährlichen Kosten für die Steuer belaufen sich auf rund 309 Euro, für die Kfz-Haftpflicht werden beispielsweise bei der AXA rund 652 Euro fällig.
Im Innenraum des Viersitzers nimmt man auf den optional erhältlichen und recht tief liegenden Sportsitzen Platz. Die ausgeprägten Wangen der Lehne halten den Fahrer stets am rechten Fleck. Wer noch mehr Halt wünscht, kann sie per Knopfdruck zusätzlich aufpumpen. Nur beim Griff zur Wasserflasche im Getränkehalter zwischen Fahrer- und Beifahrersitz sowie beim Anziehen der Handbremse können vor allem Kleingeratene mit weit nach vorn gefahrenem Sitz mit den Ellbogen an den Sitzwangen anecken. Auch das Anschnallen ist für kleine Fahrer problematisch. Der Griff nach dem Gurt an der weit hinten liegenden B-Säule setzt große Beweglichkeit voraus und das Einrasten der Lasche in die Halterung am Sitz wird durch die Handbremse behindert.
Die Armatur ist mit zwei Rundinstrumenten übersichtlich gestaltet. Die Mittelkonsole ist breit und eher schlicht gehalten. Der darunter liegende Schaltknauf des manuellen Sechsgang-Getriebes liegt leicht erhöht und verfügt über kurze und recht straffe Schaltwege. Generell ist der Einser ein sportliches Gefährt. Neben der Gangschaltung sind auch die Einstellungen von Lenkung und Fahrwerk straff abgestimmt. Was auf der Autobahn Pluspunkte bringt, mindert im Stadtverkehr beziehungsweise auf schlechten Straßenbelägen den Komfort. Die Rundumsicht in dem Münchner Kompaktklässler wird durch eine recht hohe Gürtellinie und durch zu kleine Rück- und Innenspiegel geschmälert. Dank optionaler Einparkhilfe ist das jedoch zumindest beim Rangieren kein Problem.
Viel Leistung, wenig Verbrauch
Trotz hoher Leistungswerte ist der 204 PS starke Hecktriebler ein sparsames Auto, das sich in der Praxis mit 6,5 Litern Diesel (172 Gramm CO2) auf 100 Kilometern zufrieden gibt. Die guten Werte sind nicht zuletzt auf das serienmäßige "Efficent Dynamics"-Spritsparpaket zurückzuführen. So verfügt der Viersitzer über Bremsenergierückgewinnung, eine Schaltpunktanzeige und eine Start-Stopp-Automatik, die den Motor im Stand und bei ausgekuppeltem Gang abschaltet und beim Betätigen der Kupplung automatisch wieder startet.
Start-Stopp-Automatik spart Sprit
Bei der Premierenfahrt sorgt das Start-Stopp-System bei Unvorbereiteten zwar für einen kurzen Schreckmoment, doch hat man sich spätestens nach der dritten Ampel an das schnell arbeitende System gewöhnt. Auch über das plötzliche Anschalten des Motors wegen mangelnder Energie für Klimaanlage oder Heizung wundert man sich nur beim ersten Mal. Neben dem Top-Diesel hat BMW noch zwei weitere Selbstzünder und vier Benzinmotoren mit einem Leistungsspektrum von 90 kW/122 PS bis 195 kW/265 PS für die 1er-Reihe im Angebot.
Die Ausstattung des Münchner Modells ist ordentlich und hat alles Nötige an Bord. Klimaanlage, Sportlenkrad, Stabilitätskontrolle ESP sowie MP3-fähiger CD-Player gehören zum Serienumfang. Statt Reserverad gibt es jedoch nur ein Reparaturkit. Der Kofferraum fasst 330 Liter bis 1150 Liter und ist dank der großen Heckklappe gut zugänglich. Die Kopffreiheit ist für alle vier Passagiere großzügig bemessen. An den Knien wird es bei den Fondinsassen auf Dauer etwas eng.
Fazit: Nicht günstig, aber sportlich und sparsam
Mit dem leistungsstärksten Vierzylinder-Diesel ausgerüstet, ist der Münchner ein rundherum sportliches Fahrzeug mit straffem Fahrwerk und sportlichem Design. Zwar ist der Einstiegspreis mit knapp 31.000 Euro nicht gerade günstig, doch bekommt der Kunde dafür einen sparsamen und sehr kraftvollen Motor, der ihn immer auf Trab hält.