Bio-Beimischung belastet Autofahrer mit sechs Cent
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Bio-Beimischung belastet Autofahrer mit sechs Cent
31.03.2008, 18:33 Uhr | mid
Nicht alle Pkw vertragen E10 (Foto: ddp)Die geplante Zwangsbeimischung von zehn Prozent Biosprit im Benzin belastet die Autofahrer in Deutschland nach Berechnungen des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) mit rund sechs Cent pro Liter. Das ergebe sich aus dem höheren Preis für Bio-Kraftstoff und aus dem niedrigeren Energiegehalt, teilte der MWV am Montag in Hamburg mit. "Es sollte für die Politik und die beteiligten Interessengruppen ein Gebot der Fairness sein, sich gegenüber dem Verbraucher zu ihrer Verantwortung für steigende Kosten zu bekennen", heißt es in einer Mitteilung des MWV. "Klimaschutz durch Biosprit hat seinen Preis."
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Der Finanzminister kann sich freuen
Das bedeutet jedoch nicht, dass Benzin zum Jahreswechsel um sechs Cent teurer wird. Zum einen hat der MWV das Benzin mit zehn Prozent Beimischung auf der Kostenseite verglichen mit reinem Sprit aus Erdöl. Schon jetzt aber sind im Benzin rund drei Prozent Ethanol enthalten, die Erhöhung fällt also vermutlich geringer aus. Zum anderen hat der MWV den Mehrverbrauch des Automobils durch Ethanol umgerechnet auf den Literpreis. Ein Liter Ethanol enthält rund 35 Prozent weniger Energie als ein Liter Benzin. Für die gleiche Strecke muss der Autofahrer also mehr tanken. "Das freut den Finanzminister, der für zusätzlich verkaufte Liter Steuern einnimmt", sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Klaus Picard.
Millionen Autos vertragen neuen Bio-Kraftstoff nicht
Die Ölfirmen müssen nach dem Biokraftstoffquotengesetz ab 1. Januar 2009 dem Benzin zehn Prozent Bioethanol beimischen. Das letzte Wort darüber ist jedoch noch nicht gesprochen; eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung fehlt noch. Laut ADAC können mehr als drei Millionen Autos den Kraftstoff aus technischen Gründen nicht vertragen und müssen auf das bis zu 15 Cent je Liter teurere Super plus ausweichen. Diese Zahl ist von den Auto-Herstellern noch nicht bestätigt.
Steigende Lebensmittelpreise?
Zudem ist die Strategie, das endliche Öl durch nachwachsenden Kraftstoff aus Pflanzen zu ersetzen, grundsätzlich in die Kritik geraten. Die Folge seien steigende Preise für Lebensmittel und mögliche Hungersnöte in Entwicklungsländern, so die Kritiker. Auch wird zunehmend angezweifelt, dass die Erzeugung von Bio-Kraftstoffen tatsächlich klimaschonend ist.