22.09.2011, 15:50 Uhr | Werner Wagner
Geld regiert die Welt - auch die der Motorradfahrer. Sie betreiben beileibe kein billiges Hobby. Wem nach einem neuen Zweirad gelüstet, der wird beim Blick auf die Preisliste schnell ernüchtert die Ansprüche herunterschrauben. Oder gen Korea schauen. Denn von dort kommt mit der Hyosung GT 650i Naked ein Motorrad, das derzeit vermutlich das attraktivste Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Markt bietet.
Ganze 4895 Euro verlangt der Händler für die unverkleidete 650er, die mit 74 PS Höchstleistung, Zweizylinder-V-Motor und 212 Kilogramm Gewicht durchaus ein ansprechendes Fahrvergnügen verspricht. Der erste Eindruck vertreibt etwa vorhandene Vorurteile gegenüber dem günstigen Fernost-Angebot: Der Lenker ist breit und vermittelt das Gefühl, das Bike gut im Griff zu haben, die Ergonomie von Schaltern und Knöpfen stimmt, die Instrumente sind übersichtlich und gut ablesbar, die Knie liegen eng am Tank an, die Spiegel zeigen genug vom Geschehen hinter einem.
Auch der zweite Eindruck befriedigt: Der Zweizylinder mit 647 Kubikzentimeter Hubraum klingt nach dem Druck auf den Startknopf angenehm kernig, und der erste Gang lässt sich leicht einlegen. Auch der dritte Eindruck nach den ersten Kilometern entlarvt die GT 650i nicht als Billig-Bike. Zwar liegt der Schalthebel ein wenig eng am Motorblock, aber das trübt den Fahrgenuss nicht übermäßig. Der grundsätzlich positive Eindruck sollte bis zum Ende der Testfahrten anhalten.
Dass der Motor Drehzahlen im höheren vierstelligen Bereich braucht und die sechs Gänge fleißig geschaltet werden müssen, soll es zügig vorangehen, ist bei dem Hubraum und der Motor-Charakteristik kein Wunder. Die Maximalleistung liegt bei 9250 Umdrehungen pro Minute und das maximale Drehmoment ist mit 67 Newtonmetern bei 7250 Umdrehungen pro Minute nicht gerade üppig.
Das Fahrwerk zeigt zwar keine ausgeprägten Schwächen, und die GT hält die eingeschlagene Linie durch die Kurven, braucht aber dazu eine kundige Hand am Lenker. Allzu forscher Vorwärtsdrang ist nur bedingt ratsam, extreme Anforderungen beantwortet die Koreanerin mit Unruhe im Fahrwerk, was auch an den nicht allzu geschmeidigen Federelementen liegt. Immerhin: Die Bremsen packen ordentlich zu, ein exakterer Druckpunkt im Bremshebel wäre jedoch wünschenswert.
BWM zeigt erstmals die neue K 1600 GT auf der Straße, die 2011 auf den Markt kommt. Die Maschine beschleunig von 0 auf 100 in 3,2 Sekunden. zum Video
Ansonsten schlägt sich die nackte Hyosung recht wacker, sie leistet sich keine weiteren Schwächen, auch nicht auf der Autobahn. Die vom Hersteller angegebene Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h erreichten wir nicht annähernd, schon bei gut 190 km/h war Schluss, aber mit diesem Tempo fährt man normalerweise sowieso nicht auf Dauer mit einem unverkleideten Motorrad. Aber auch ohne rasante Etappen hatte die GT 650i Naked einen ordentlichen Durst: 5,6 Liter genehmigte sie sich im Schnitt auf 100 Kilometer, der 17-Liter-Tank reicht also theoretisch für gut 300 Kilometer.
Alles in allem ist die Hyosung eine durchaus ernst zu nehmende Alternative, und das nicht nur wegen ihres konkurrenzlos niedrigen Preises. Die Verarbeitung ist ordentlich, die Fahrleistungen sind gut, die Optik stimmt, die Haltegriffe für den Soziusplatz gefallen sogar mit außerordentlichem Design, die LED-Rückleuchten entsprechen dem derzeit modernsten technischen Standard im Motorradbau, und obendrein haben die Hersteller dem vermeintlichen Billig-Bike sogar eine Warnblinkleuchte spendiert - auch das ist keinesfalls in dieser Preisklasse üblich. Wer mit der Hyosung vorfährt, demonstriert Preisbewusstsein und darf sich nicht wundern, wenn sein fahrbarer Untersatz für deutlich wertvoller geschätzt wird. Gutes muss nicht teuer sein.
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Quelle: mid
merkado schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 13:13:26
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(0)
HYOSUNG
fahre seit 2 jahren eine Hyosung und kann sie, nachdem ich zuvor BMW und auch Honda gefahren bin, eigentlich nur loben.
Gute
Fahrleisteungen, toller Sound, zuverlässig und preiswsert.
Absolut ok das Bike, nur ANGEBEN kann man damit halt nicht !
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Wolfgang schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 12:39:07
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GT650
Warum nicht!? Das reicht! Das ist Motorrad genug. Wer mit der Leistung zufrieden ist, passt das. Unkomplizierte Technik, vermutlich
langlebig, Wartungsarm. Verschleißteile bekommt man vermutlich. Bestimmt etwas für Motorradfahrer die Motorrad fahren wollen. Wer Motorrad gefahren werden will, muss nunmal etwas mehr ausgeben, hat höhere Wartungskosten, auch mehr Probleme. Dafür ABS/ESP/AIrbag/Einparkhilfe/Automatik/Lenkunterstützung/Sitzheizung usw. ;-) Jeder wie er will und wie er Posen möchte.
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nucl schrieb:
am 5. Oktober 2011 um 17:08:52
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hyosung
Das ist kein Duc Klon, sondern einer der ersten Suzi SV 650, seit dem hat sich nichts am Design getan. Technisch sollte aber
theoretisch alles sicher sein. Das Bike gibts ja schon seit 2004 oder sowas. Ich hätte mal keine ANgst wegen den Bremsen oder sonstiger Sicherheit. Wahrscheinlich die selben Brembo Bremse wie jedes andere ähnliche Bike auch. 5,5 l Verbraucht auch jedes andere Motorrad, kenne kaum eins unter 4,5l. Das mit dem Fahrwerk haben auch sehr teure ital Bikes oder auch die SV
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