06.07.2010, 11:11 Uhr | Holger Holzer
Oben Sportwagen, unten SUV: Der neue Nissan Juke mixt munter zwei Fahrzeuggattungen und will so den Markt für Lifestyle-Kleinwagen durcheinander wirbeln. Allradantrieb ist dabei nicht so wichtig, stattdessen gibt es ungewöhnliche Optik und einen dazu passenden schicken Innenraum. Die Preisliste für den mindesten 110 PS und maximal 190 PS starken Fünftürer startet bei 16.990 Euro.
Nissan geht mit dem Juke ein kleines Wagnis ein. Der extrovertiert gestaltete Crossover-Kleinwagen dürfte die deutsche Kundschaft stark polarisieren. Trotzdem ist er nicht als Nischenmodell angelegt, was auch daran zu sehen ist, dass er an Produktionsbändern im Werk im britischen Sunderland den ausgelaufenen Nissan Micra ersetzt, einen eher klassischen Kleinwagen mit großem Absatzvolumen. Der Neue soll aber ein vollkommen anderes Publikum ansprechen: Lifestyle-orientiert, jung und vorwiegend männlich. Allerdings ist die Nische der schicken Stadtflitzer inzwischen dicht besetzt. Neben dem Pionier Mini tummeln sich dort mittlerweile auch Audi A1, Kia Soul und Citroen DS3. Wer es ein wenig klassischer mag, wird bei VW Cross Polo und Toyota Urban Cruiser fündig.
Der Mut ist nicht ganz unbegründet, denn es gibt ein erfolgreiches Vorbild in der Modellpalette der Japaner: den kompakten Crossover Qashqai, der mit SUV-Stil und ohne serienmäßigen Allradantrieb in der Golf-Klasse zum Überraschungserfolg geworden ist. Im Gegensatz zum familienorientierten Vorbild ist der Juke jedoch in jeder Hinsicht extremer. Ungewöhnlich ist vor allem die Frontgestaltung. Zwei große Rundscheinwerfer vereinen Fern- und Abblendlicht. In zwei Schlitzen auf den stark geschwungenen Kotflügeln sind Blinker und Tagfahrlicht vereint. Letzteres gibt dem Wagen etwas reptilienhaftes, leicht aggressives. Wie ein Krokodil, das knapp unter der Wasserlinie lauert. Hinzu kommen zahlreiche Sportwagenelemente, etwa die abfallende Dachlinie, die schmale Taille, das windschnittige Heck und die geschickt versteckten Fondtüren, deren Griffe in der C-Säule verschwinden. All das baut auf einem SUV-Fahrgestell mit hoher Bodenfreiheit und großen Rädern auf. Insgesamt wirkt das stimmig, jedermanns Sache ist es sicherlich nicht.
Der Innenraum wartet ebenfalls mit einigen optischen Gags auf. So erinnert die lackierte Mittelkonsole an einen Motorradtank, die geschwungenen runden Bedienelemente fügen etwas Organisches hinzu. Gut gelöst ist die Klimaanlagensteuerung. Auf Knopfdruck ändern die hinterleuchteten Bedienelemente ihre Beschriftung und Funktion und aus Temperatur- und Gebläse-Verstellung werden Schalter für die Fahrdynamikregelung. So lässt sich der Charakter des Wagens ohne unübersichtliche neue Knöpfe per Hand von "normal" zu "sportlich" oder "besonders verbrauchsorientiert" wechseln. Auch Spielereien wie ein G-Kraft-Messer können abgerufen werden. Über Platzmangel kann man sich vorne nicht beschweren. Hinten geht es aufgrund der abfallenden Dachlinie etwas enger zu, vor allem was die Kopffreiheit betrifft. Auch das Gepäckabteil fällt eher schmal aus. Bei voller Bestuhlung stehen nur 25 Liter zur Verfügung, bei umgeklappten Rücksitzen sind es 830 Liter.
In der Antriebspalette finden sich zwei aus anderen Modellen des Herstellers bekannte Motoren: ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 117 PS sowie ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 110 PS. Beides ordentliche Triebwerke, aber eher Hausmannskost. Renommier-Motor des Juke ist ein neuer 1,6-Liter-Turbo-Benziner mit 190 PS. Er ist als einziger mit Allradantrieb kombinierbar, alle anderen Versionen werden über die Vorderräder angetrieben. In der Top-Konfiguration mit 4x4-Antrieb wird der Juke so seinem frechen Äußeren gerecht und mutiert zum Fahrspaßmobil. Der aufgeladene Vierzylinder schiebt druckvoll nach vorne, der Allradantrieb sorgt für sicheren Krafttransfer auf die Straße. Als Bonbon verteilt die Technik das Drehmoment nicht nur zwischen vorn und hinten, sondern auch zwischen den beiden Rädern der Hinterachse. Der hoch bauende Crossover entwickelt so erstaunlich fahrdynamische Qualitäten.
Die Serienausstattung des Juke umfasst unter anderem sechs Airbags, den Schleuderschutz ESP, Klimaanlage, CD-Radio und 16-Zoll-Felgen. Gegen Aufpreis gibt es unter anderem Metalliclack, Rückfahrkamera und Ledersitze.
Teuer wird der Juke in der Top-Version; der Allradler kostet ab 25.140 Euro. Im Vergleich zu einem normalen Kleinwagen ist der Nissan deutlich teurer, gegenüber den Lifestyle-Wettbewerbern ist er eher am unteren Ende der Preisskala zu finden.
Bei allem Polarisieren muss man dem Juke Fahrspaß attestieren. Wer also eine Alternative zum Mini Cooper S oder zum Mini Countryman sucht, wird bei den Japanern fündig. Da stört auch nicht, dass die Alltagstauglichkeit wegen des kleinen Kofferraums und der engen Rückbank geringer ist als bei klassischen Kleinwagen.
Modell | Leistung | Drehmoment | 0-100 km/h | Verbrauch | Preis ab |
1,6-Liter-Vierzylinderbenziner | 117 PS | 158 Nm | 11,0 s | 6,3 l / 145 g CO2 | 16.990 Euro |
1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner | 190 PS | 240 Nm | 8,8 s | 6,9 l /159 g CO2 | 21.190 Euro |
1,5-Liter-Turbodiesel | 110 PS | 240 Nm | 11,2 s | 5,1 l / 134 g CO2 | 18.890 Euro |
Quelle: mid
Krügi schrieb:
am 20. Juli 2010 um 14:37:36
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(0)
Juke, kein Joke
Endlich mal wieder ein erfrischendes Design im VWOpelBMW Einheitsbrei! Gratulation zum Mut. Mehr davon!
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Fred F. aus B. schrieb:
am 19. Juli 2010 um 16:15:23
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(2)
Verbrauch
Den Verbrauch finde ich lausig hoch. die Optik auch. Innen ist er nett und gut verarbeitet, wenn man einem TV-Bericht Glauben
schenken kann. Aussen muss man sich schämen.
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Magentis schrieb:
am 19. Juli 2010 um 16:12:48
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(2)
Bangle ist zurück
Jetzt ist es amtlich, Bangle ist bbei Nissan. Wenn man die furchtbaren Designs bei BMW unter seiner Ägide sieht und jetzt
den Juke, dann kann man fast vermuten, dass.......!
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